Neuhütten (Bayern),
Lohr (Bayern)

 03.01.2018 / Stärke (F2) Bestätigt
Zeitpunkt: gegen 07:45 Uhr. Aus einer Meldung der Mainpost vom 17.01.2018: "Burglind hinterlässt Schneise der Verwüstung im Spessart - Sturmtief Burglind hat am 3. Januar im Spessart eine fast durchgehende 100 bis 300 Meter breite und rund fünf kilometerlange Schneise der Verwüstung angerichtet. Streckenweise ist kaum ein Baum stehen geblieben. "Das geht von Neuhütten bis nach Lohr", sagt Bernhard Rückert, Leiter der Forstverwaltung der Stadt Lohr. Die Aufarbeitung des gewaltigen Schadens, entstanden in kaum fünf Minuten, wird Monate dauern. Angesichts des schneisenartigen Schadens, den er so in 30 Jahren noch nicht erlebt habe, geht Rückert von einem Tornado aus. [...] Insgesamt 50 000 Festmeter umgeworfen Insgesamt sind im Forstrevier Neuhütten, das zum Staatswald des Forstbetriebs Heigenbrücken gehört, auf 85 Hektar und vier Kilometern Länge etwa 40 000 Festmeter Bäume umgeworfen worden – etwa das Dreifache des Jahreseinschlags dort und rund ein Drittel des gesamten Forstbetriebs. [...] Südlich von Neuhütten beginnt der Korridor und zieht sich entlang eines Höhenrückens fast bis nach Lohr. Betroffen ist auch Neuhüttener Privatwald. Am Tag von Burglind war die Straße zwischen dem Bischborner Hof und Neuhütten gesperrt, weil dort auf einer Breite von rund 300 Metern die Bäume wie Streichhölzer umgeknickt waren. Außen herum war kaum ein Schaden zu sehen. Erst später stellte sich heraus, dass hier der Beginn der Schneise lag. Schneisenartiger Schaden wie 1972 "Die Konzentration ist ungewöhnlich", sagt Joachim Keßler. Bei Stürmen wie Wibke, Lothar oder Kyrill seien die Schäden viel verteilter gewesen. Alte Forstleute erzählen aber von einem Gewittersturm im Jahr 1972, als im ganzen Spessart schon einmal solche Schneisen aufgetreten seien. Eine "bunte Mischung" an Bäumen sei laut Keßler bei Burglind betroffen: "Kiefern, Buchen, Fichten, Tannen, auch Eichen." Etwa zur Hälfte Laubholz und zur Hälfte Nadelholz. Im Stadtwald hat es zu Bernhard Rückerts Überraschung vor allem Buchen und weniger Nadelholz, wie er es erwarten würde, getroffen. Auch 150- bis 200-jährige Eichen habe der Wind umgerissen. "Bei einem Tornado bleibt einfach nix stehen." Rückert geht von einem Tornado aus, weil die Schneise deutlich begrenzt sei und direkt daneben oft nicht einmal ein Ast zu Schaden kam. Außerdem sei viel Holz "abgedreht". Verfolge man die Linie der Schneise auf der Karte weiter, komme man zu den Windschäden im stark betroffenen Wiesenfeld bis nach Pommersfelden (Oberfranken), wo es die kleine Gemeinde Wind arg gebeutelt hat. Im Stadtwald sei die Schneise im Gegensatz zum Staatswald aber nicht durchgehend, so Rückert. "Der Wind ist ein wenig gesprungen." Mal sei 200 bis 300 Meter lang kein Schaden, dann wieder ein Loch, in dem praktisch kein Baum stehen blieb. [...]" - Am rechten Rand der Schneise zeigen sich eindeutige Fallrichtungen zur Mitte der Schneise hin, teils quer zur Zugrichtung.

Schadenanalyse der Tornado-Arbeitsgruppe (pdf, TAD)
Burglind hinterlässt Schneise der Verwüstung im Spessart (Mainpost, 17.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)