Frankenforst (Nordrhein-Westfalen)

 03.01.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 05:45 Uhr. Aus einer Meldung des Kölner Stadtanzeigers vom 08.01.2018: "Waldgebiet Hardt in Gladbachs grüner Mitte schwer verwüstet - "Ich habe geweint, als ich das gesehen habe", sagt Benjamin Stapf und geht einige Meter den Waldweg hinunter. Weiter kommt er nicht. Über Hunderte Meter liegen Bäume quer über dem Weg, andere hängen gekippt in anderen Kronen, manche sind unter gewaltigen Kräften gekrümmt wie Flitzebogen. "Und das sieht hier überall so aus in der Hardt", sagt der Betreiber des Naturfreundehauses Haus Hardt. Als Benjamin Stapf am Freitag mit seiner Familie nach den Feiertagen aus Thüringen zurückkehrte, war in dem Waldgebiet in der grünen Mitte von Bergisch Gladbach nichts mehr wie vor dem Durchzug des Sturmtiefs Burglind am Mittwochmorgen. "Hier muss eine regelrechte Windhose durchgezogen sein", weiß Stapf von einem Jäger, der an dem Morgen in der Hardt war und nur durch Glück mit dem Leben davon kam. "Auch auf den kleinen Wegen im Wald ist an vielen Stellen kein Durchkommen mehr", berichtet Stapf. Neben den besonders windanfälligen Fichten sind auch tiefwurzelnde Buchen und Eichen umgerissen worden. Die Fernwanderroute "Bergischer Weg" ist ebenso unpassierbar wie andere viel begangene Wanderwege, darunter auch der Bensberger Schlossweg. Laut der Internetaufzeichnung im Naturfreundehaus, wurde das Telefonkabel am Mittwoch um 5.45 Uhr gekappt – von einer herabstürzenden Baumkrone, wie Stapf mittlerweile weiß: "Zu der Zeit, muss der Sturm hier durchgefegt sein." "Drei Wochen dürfte es mindestens dauern, bis allein der Hauptweg freigeräumt ist", weiß Stapf aus Gesprächen mit Vertretern der Forstverwaltungen, die für die verschiedenen Teile des Waldes in der Hardt zuständig sind. "Die Schäden in dem Waldgebiet sind verheerend", bilanziert auch Herbert Selbach aus Sand. "In einem Streifen von etwa 500 Metern Breite, ausgehend von der Grube Cox über den Eicherhof bis über den Bereich des Grube Blücher hinaus entstanden Schäden, wie ich sie hier noch nie gesehen habe." Die Aufräumarbeiten dürften Monate in Anspruch nehmen, schätzt der Geschichtsforscher, der vor einigen Jahren die mittlerweile weithin bekannten Kalköfen aus der Römerzeit im Lerbacher Wald entdeckte: "Ich mache mir Sorgen, dass bei den Aufräumarbeiten die sichtbaren Strukturen der Bodendenkmäler gefährdet werden." Das Naturfreundehaus mitten im Wald wurde selbst von einem umstürzenden Baum knapp verfehlt. Mittlerweile ist die Zufahrt von Herkenrath zwar wieder frei und das Telefonkabel repariert, [...]" - Der Schadenbereich ist etwa 2km lang und zwischen 150 und 250 m breit.

Waldgebiet Hardt in Gladbachs grüner Mitte schwer verwüstet (Kölner Stadtanzeiger, 08.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)