Großrosseln (Saarland)
[Region: Warndtwald]

 26.08.2011 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 15:00 Uhr MESZ. Schneise im Warndtwald. Aus einer Meldung der Saarbrücker Zeitung vom 02.09.2011: "Sturmschäden: Lebensgefahr im Warndtwald - Ein kleiner Tornado hat am vorigen Freitag im Warndtwald großen Schaden angerichtet. Umgeknickte Bäume stehen unter Spannung, Kronen hängen herab. Wer jetzt wandern geht, schwebt in Lebensgefahr. Karlsbrunn. Es passierte ganz plötzlich, beginnt Philipp Klapper, Leiter des Biomassezentrums Warndt, seinen Bericht. Um ihn herum stehen Hans Albert Letter, Leiter des Saarforst-Landesbetriebes, Joachim Stelzer, Leiter des Fachbereiches Waldbau, und Thomas Brill, Leiter des Saarforst-Reviers Warndt-Süd. Die vier haben sich gestern die Schäden angesehen, die das Unwetter vor einer Woche im Warndt-Wald angerichtet hatte. Der Forst gab eine Warnung heraus, nicht mehr den Premiumwanderweg Warndt-Wald-Weg zu betreten. Zwischen drei und halb vier Uhr am vorigen Freitagnachmittag wurde es schlagartig dunkel, Hagelkörner fielen vom Himmel. ?Dann plötzlich setzte eine Windböe ein, so stark wie ein Tornado?, erzählt Klapper weiter. Etliche Bäume waren in angrenzende Gärten gefallen. Sehr stark betroffen waren beispielsweise die Karlsbrunner Anwohner der Straße Im Forstland. Stückeinwärts im Wald eine Schneise der Verwüstung. Buchen liegen mit der Wurzel aus dem Boden gerissen umher, dicke Äste versperren den Weg und Baumkronen hängen wie an einem seidenen Faden noch in luftiger Höhe. Eine Buche, zu der die vier Experten respektvollen Abstand halten, ist in der Mitte aufgesplittert, die Wurzel steckt noch fest im Boden. ?Die steht unter einer enormen Spannung?, erklärt Joachim Stelzer. Unter dieser Buche hindurchzugehen, kann lebensgefährlich ein. Bricht das Holz weiter, könnte der ganze Stamm zur Seite schießen und alles mit sich reißen. Revierleiter Thomas Brill zieht Bilanz: Die tornadoartige Böe hat eine Schneise von der Grenze zu Frankreich bei Merlebach über St. Nikolaus bis nach Karlsbrunn gezogen. Schäden gibt es auch am Wildpark. Brill spricht von einem ?furchtbar großen? wirtschaftlichen und ökologischen Schaden. ?Die Bäume, die die Windhose umgeworfen und umgeknickt hat, hätten noch 20 bis 30 Jahre stehen bleiben können?. Es hat vor allem Buchen getroffen, etwa 1000 Festmeter, so Brill, also 1000 Kubikmeter kompaktes Dazu fielen noch 100 Festmeter Fichten. Viele gesunde Bäume mussten dran glauben. [...]" - Das bisher vorliegende Material spricht eher für einen Downburst (Gewitterfallböe).

Sturmschäden: Lebensgefahr im Warndtwald (Saarbrücker Zeitung, 02.09.11)