23.08.1898Bestätigt

Holzminden (NI)

n. bek.

Es wird berichtet, dass der Helm des Stadtkirchenturms zu Boden gerissen wurde und dass einige Linden umstürzten (Quelle u.a.: F. Hamm, Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschland, 1976) - Dazu aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 25.08.1898: "Holzminden, 24. August. Ein Wirbelwind wehte gestern Nachmittag den 60 Meter hohen Thurm der hiesigen evangelischen Stadtkirche um, deckte zahlreiche Dächer ab, warf mehrere Schornsteine um und richte auch noch anderweit bedeutende Verwüstungen an." - Weiter aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 26.08.1898: "Holzminden, 23. August. Dem furchbaren Unwetter, das heute Nachmittag über unsere Stadt niederging, ist, wie schon kurz gemeldet, das Wahrzeichen der Stadt, der Thurm der evangelischen Kirche zum Opfer gefallen. Der 64 Meter hohe Thurm wurde 1888 vom Blitze getroffen, brannte damals theilweise ab und wurde 1889 wieder neu gebaut. Der Thurm ist heute in Glockenstuhlhöhe abgeknickt. Das Tosen des Orkans war so gewaltig, daß selbst die Bewohner der Nachbarhäuser den Einsturz erst bemerkten, als sie die Trümmermassen auf der Erde liegen sahen. Glücklicherweise ist niemand verunglückt und auch die Häuser in der Nähe des Thurmes blieben unbeschädigt. Zahllose Bäume sind in der Stadt und Umgegend entwurzelt, Mauern eingestürzt und viele Dächer abgedeckt. Die Bade-Anstalt auf der Weser wurde auseinandergerissen und eine Strecke stromabwärts getrieben, die Badenden retteten sich mit Mühe. Der Hagel fiel nur vereinzelt, doch waren die Eisstücke sehr groß und haben zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert. Der Schaden ist bedeutend." - Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 26.08.1898: "Wirbelsturm. Holzminden, 23. August. Durch einen mit einem heftigen Gewitter verbundenen Wirbelsturm wurde der Thurm der Stadtkirche mitten abgebrochen. Der Sturm hatte viele Dächer abgedeckt, so daß die Stadt ein Bild traurigster Verwüstung bietet. Der Schaden ist sehr bedeutend." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)