NEU! Dark Mode Unterstützung

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© Tornadoliste Deutschland
09.02.2020 - Systemmeldung

22.07.1910Bestätigt

Bonn (NW),
Beuel (NW)

F2

Starker Tornado (Quelle: Zeitungsbericht vom 23.07.1910) - Dazu aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 25.07.1910: "Aehnlich hauste das Wetter in der Weilburger, Bonner und Kölner Gegend. Am schlimmsten hat das Unwetter im Vorgebirge gehaust. Die Felder zeigen ein wüstes Bild der Zerstörung. Die Getreide- und Gemüseernte ist größtenteils zerstört. Der Blitz hat mehrfach eingeschlagen. In Beuel wurde das Dach eines Hauses abgedeckt. Durch das Unwetter wurde der Verkehr auf den Bahnen sehr beeinträchtigt. Der Schaden, den das Unwetter verursacht hat, ist unberechenbar." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Aus einer Meldung der Schaumburger Zeitung vom 31. Juli 1910: "Die Ursachen des Wirbelwindes, der jüngst mit furchtbarer Gewalt durch die Lande fegte, ungeheure Verwüstungen und großen Schaden angerichtet hat, haben die Wetterwarten zu erforschen sich bemüht. Die Aachener Wetterwarte gibt darüber folgenden Bericht: Im Laufe der Nachmittags- und Abendstunden des 22. Juli sind ausgebreitete Gewitter niedergegangen, die von starken, orkanartigen Windstößen und sehr ergiebigen Regenfällen begleitet waren. Schon im Laufe des Vormittags zeigten sich zwischen der südlichen und nördlichen Rheinprovinz große Temperaturgegensätze, die sich gegen Mittag noch verstärkten. So hatte Trier 26, die Rheinniederung (Cleve) nur 17 Grad. Diese großen Temperaturunterschiede mußten die Gewitter- und Böenbildung begünstigen. Die Gewitter zogen aus Westen bzw. Südwesten hinweg nach Mitteldeutschland. Wenn sich nun gerade in der Rheinprovinz, und zwar besonders in der Gegend zwischen Köln und Bonn, die zerstörenden Sturmwinde, fast allsommerlich wiederholen, so liegt das vor allem mit daran, daß die betreffende Gegend mitten auf einer Hauptzugstraße zu liegen scheint, auf der die Gewitter von der Eifel, bzw. vom Vennvorland in östlicher Richtung weiterziehen, und bei ihrem Fortschreiten sowohl am Rheinstrom selbst wie auch an dem sich schroff erhebenden Siebengebirge einen Widerstand finden, der je nach der unmittelbaren vorher herrschenden Witterung (wie z.B. starke Erwärmung, Stagnieren der Luftmassen usw.) in dieser Gegend die Intensität der Gewittererscheinungen mehr oder minder verstärken muß. Wenn auch zwischen Köln und Bonn die Gewitterböe am heftigsten auftrat, so handelt es sich doch nicht um eine lokale Erscheinung, sondern um einen oder mehrere große Gewitterzüge, die sich im Laufe des Abends und der Nacht bis weit nach Mitteldeutschland hineinbewegten. So traten u.a. auch im Braunschweigischen, in der Provinz Hannover u. Magdeburg, in Thüringen, Franken, und Hessen vielfach Gewitter von nicht viel geringenen Intensität auf. Zweifellos handelt es sich um einen Wirbelsturm mit horizontaler Achse, einer Böe, wofür die Barographenkurven zu Aachen und namentlich zu Bonn sprechen, woselbst die Kurve einen plötzlichen Anstieg von 4 Millimetern aufzuweisen hatte. Hier waren die Windstöße so ausgesprochene Wirbelbewegungen, daß sie große Bäume vollständig abdrehten. Ob lokal auch Wirbel mit vertikaler Achse, sogen. Tornados, in irgend einer Gegend auftraten, kann [fehlt: nicht] ohne weiteres entschieden werden, da der Wirkungsbereich eines Tornados so eng begrenzt ist, daß nur Barometer, über die er selbst hinweggeht, beeinflußt werden. Die Barogramme stehen daher mit einer derartig eventuellen Erscheinung nicht im Widerspruch. Ein Tornado in unseren Breiten wäre so zu denken, daß kurze Zeit nach der eigentlichen Böe die nördlichen kalten und südlichen warmen Luftmassen zusammenstießen und in dem stürmischen Druckausgleich sich Wirbel bilden, die mit Wasserwirbeln auch innere Analogie zeigen, während in den Tropen und Subtropen, für welche die Wirbelstürme mit vertikaler Achse charackteristisch sind, ein solcher nur der Erdablenkung seine Rotation verdankt."