04.08.1879Bestätigt

Oyten (NI),
Ottersberg (NI)

n. bek.

Aus einer Meldung der Deister- und Weserzeitung vom 09. August 1879: "Achim, 5. August. (Windhose.) Bei dem am gestrigen Morgen plötzlich herausziehenden Gewitter, verbunden mit einem Regenstrome und heftigem Winde, will man, wie das "R. B." schreibt, eine Windhose beobachtet haben, welche die Gegend Oytens und Ottersbergs namentlich berührte. In ersterem Orte sollen die Garben haushoch auf den Feldern umhergewirbelt worden sein und in Ottersberg trat die Windhose noch heftiger auf. Nach Mitteilung mehrerer Augenzeugen sollen Bäume aus der Erde gerissen und Wagen und Pferde umgeworfen worden sein. Ein Bauer, der mit einem Fuder Heu die Wümmebrücke passirte, wurde von der Windhose in den Fluß getrieben und mußte in demselben so lange verweilen, bis das Unwetter vorüber war. Bei dem in Ottersberg abgehaltenen Viehmarkte waren mehrere Honigkuchenbuden aufgestellt, welche ebenfalls arg betroffen worden sind. Der Wind warf die Buden um, schleuderte sämmtliche Kuchen auf den Straßen umher, worauf der Regen zu einem Brei umwandelte. Ein Marktbesucher suchte mit seinem Wagen und Pferde Schutz unter einem Eichenbaume, wobei letzterer umgeworfen und das ganze Gespann total zertrümmert wurde. Ganze Häuser wurden abgedeckt, Telegraphenpfähle und Wärterhäuser niedergerissen, Menschen und Vieh zur Erde geworfen und ganze Strecken weit fortgeschleudert."