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21.06.2019 - Thomas Sävert

24.04.2019Verdacht

Wohratal (HE)

n. bek.

Zeitpunkt: gegen 21:25 Uhr MESZ. Aus einer Meldung von FFH am 02.05.2019: "Windhose verwüstete Sportplatz - TSV Wohratal sucht Aufräumhelfer. Nach drei Minuten war schon alles vorbei. Eine Windhose war über den Sportplatz des TSV Wohratal im Kreis Marburg-Biedenkopf gefegt und hat ein Bild der Verwüstung hinterlassen. Herausgerissene Bäume liegen auf dem Spielfeld, das Ballfangnetz hinter den Toren ist zerstört. Um das Chaos zu beseitigen und den Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können, sucht der Verein jetzt händeringend freiwillige Helfer für einen Arbeitseinsatz. TSV-Vorstand Jens Ratz hat sich an uns gewandt und von der verheerenden Situation auf dem Sportplatz seines Vereins erzählt. Am 5. Mai steht das nächste Heimspiel an. Daran ist allerdings gerade noch gar nicht zu denken, denn momentan gleicht der Platz noch einem Schlachtfeld. Deshalb soll am Samstag aufgeräumt werden. Um 10 Uhr geht's los. Treffpunkt ist direkt am Sportplatz. Und - ganz wichtig - wer Schubkarre, Rechen, Schippe oder sogar eine Motorsäge hat, soll die bitte mitbringen, denn auf dem Fußballplatz liegen Bäume, neben dem Platz hat die Windhose Geländer geschrottet und das Ballfangnetz demoliert. Außerdem wichtig: Transportfahrzeuge oder Traktoren, damit das Chaos abtransportiert werden kann." - Die Feuerwehr Wohratal hatte an dem Abend 8 Einsätze. - Auf der Seite des TSV Wohratal ist von einer orkanartigen Böe die Rede: "Die orkanartigen Böen am Abend des 24. April haben am Sportgelände starke Schäden verursacht. Ein Trainings- und Spielbetrieb ist momentan dadurch nicht möglich. Die Gemeinde untersagte als Eigentürmer jeglichen Trainings- und Spielbetrieb auf dem Sportgelände." - Der Bericht eines Beobachters: "Zum Tornadoverdacht vom 24.04.2019: Ich habe den Sturm am Abend zu Hause (am Nordende von Wohra, der Sportplatz liegt am Südende) miterlebt und war am nächsten Tag am Sportplatz, als die meisten Bäume noch nicht weggeräumt waren. Am Sportplatz war noch alles unberührt. Das Unwetter kam vom Süden durchs Wohratal gezogen. Kurz vor dem Sturm konnte man eine "weiße Wand" innerhalb der tiefschwarzen Wolken im Süden sehen, vermutlich Starkregen oder Hagel. Der aufziehende Sturm hörte sich so an, wie es immer beschrieben wird: wie ein heranfahrender Güterzug. Allerdings zeigt das Schadensbild, daß es sich ziemlich sicher nicht um einen Tornado gehandelt hat. Eine Baumreihe wurde auf das südliche Ballfangnetz gedrückt. Alle Bäume lagen einheitlich in Süd-Nord-Richtung. Das nördliche Ballfangnetz wurde ebenfalls in Süd-Nord-Richtung plattgedrückt, ohne das hier Gegenstände in den Maschendraht gedrückt wurden. Ein Tornado hätte das Netz sicher aufgerollt und nicht in einer Richtung plattgedrückt. Etwa 300 m entfernt vom Fussballplatz außerhalb des Ortes stehende Bäume wurden ebenfalls in Süd-Nord-Richtung umgeworfen. Eine Schneise war nirgendwo erkennbar. Auf den vorgelagerten Feldern war nichts zu erkennen. All diese Beobachtungen deuten für mich klar auf eine Fallböe und nicht auf einen Tornado hin." - Daher ist in diesem fall von einem Downburst als Ursache auszugehen.

Windhose verwüstete Sportplatz (FFH, 02.05.19)