07.06.2019Verdacht

Lübbecke (NW)

n. bek.

Zeitpunkt: gegen 20:40 Uhr MESZ. Aus einer Meldung der Neuen Westfälische vom 10.06.2019: "Horst Höhe in Lübbecke nach Gewittersturm gesperrt - Äste und abgeknickte Bäume machen B 239 in Fahrtichtung Herford vier Stunden lang unpassierbar. Feuerwehren bis in die Morgenstunden im Einsatz. Lübbecker Land. Eine mächtige Gewitterzelle hatte sich über dem Lübbecker Land gebildet. Mit Starkregen und stürmischen Windböen im Gepäck, tobte sie sich wohl vorwiegend über dem Wiehengebirge aus. Besonders betroffen waren die alte Kreisstadt und die Großgemeinde Hüllhorst. Ausläufer bekamen die Städte Espelkamp und Rahden zu spüren. Pr. Oldendorf und Stemwede kamen mit einem blauen Auge davon. Im übrigen Kreisgebiet vermeldete die Kreisleitstelle Minden lediglich vier bis fünf Einsätze. Björn Schröder, Lübbecker Feuerwehrmann, steht noch ganz unter dem Eindruck dieses nächtlichen Einsatzes. "Es waren so viele Äste auf die Fahrbahn gefallen, dass wir kaum hinterherkamen", sagte er im Gespräch mit der NW. Gegen 22 Uhr war es so schlimm geworden, dass die Polizei die beiden Spuren in Fahrtrichtung Herford in dem Abschnitt komplett sperren musste. Schröder. "Wir waren den ganzen Abend bis in die Nacht hinein teilweise mit fünf Motorsägen im Einsatz, um die Straße wieder freizubekommen." Auch mit der Drehleiter war man hier im Einsatz, um "gefährlich herabhängende Äste zu beseitigen". Erst in den frühen Morgenstunden gegen 2 Uhr konnten die Richtungsbahnen wieder freigegeben werden. [...]" - Dazu der Bericht des Meteorologen Friedrich Föst: "Es geht bei diesem Fall um den Gewittersturm von letztem Freitag, d 07.06., 20:30-21 Uhr MESZ bei dem es vor allem entlang der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden B239 über das Wiehengebirge zu Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume kam. Ich war leider nicht an dem Tag vor Ort. Ich bin erst gestern (11.06.) die Straße gefahren und habe mich über das konfluente (Konfluenz = Zusammenfließen) Wurfbild gewundert, was übrigens auch auf dem Zeitungsbild (siehe hängenden Baum im Hintergrund und umgestürzten Baum im Vordergrund) zu sehen ist. Das hat mich neugierig gemacht. Fokus der Schäden lag auch nach Auskunft der Feuerwehr ganz klar auf der Passstraße vom Lübbecker Süden zum Wiehengebirge hinauf. Bei einer Kartierung zeigt sich dieses konfluente Muster auf einer Länge von nicht ganz 1km Länge: Die Bäume sind sowohl aus dem Westsektor als auch aus dem Ostsektor zur Straße hin gefallen. ABER: Die B239 ist an dieser Stellen zwischen 2 Bergflanken eingebettet und somit liegt der Verdacht nicht fern, dass sich solch ein Wurfmuster auch aus dem Bernoulli-Effekt heraus ergeben haben könnte, wenn der Wind durch das Tal nordwärts beschleunigt wird und das ist mein Hauptansatz, denn davor und dahinter passierte vergleichsweise wenig. Es bleibt aber ein Restverdacht für einen Tornado (F0, max unterer F1) eben auch aufgrund des Wurfbildes und des Doppler-Radars sowie der Orographie, die den Wind in den untersten Dekametern passend für kurzlebige Rotation adaptiert haben könnte."

Horst Höhe in Lübbecke nach Gewittersturm gesperrt (Neue Westfälische, 10.06.19)