01.10.2019Verdacht

Pirmasens (RP)

n. bek.

Zeitpunkt: gegen 17:41 Uhr MESZ. Schäden in einem eng begrenzten Bereich: "Etwa um 17:40 Uhr kam eine Gewitterlinie von West/Südwest auf, welche heftigen Starkregen, kleinkörnigen Hagel und Böen über 100 km/h brachte. Mehrere Dächer wurden beschädigt, ein Schornstein soll laut Zeitungsbericht umgekippt sein usw. Was für einen Tornado spricht, ist das relativ eng begrenzte Schadensbild und Ziegel, die einen Wind aus etwa 160 Grad (Südsüdost) erfahren haben müssen (Höhenströmung zu dem Zeitpunkt etwa aus 200 bis 240 Grad, entsprechend Südwest)." Dazu aus einer Meldung der Zeitung Die Rheinpfalz vom 02.10.2019: "Sturm über Pirmasens: Großer Schaden in wenigen Minuten - Es war eine Sache von wenigen Minuten, in denen ein Sturm über Pirmasens rauschte. Der Schaden liegt im sechsstelligen Bereich. Bäume fielen auf Häuser, Ziegel segelten von den Dächern. OB Markus Zwick will nicht ausschließen, dass es ein Tornado war. Um 17.41 Uhr brach am Dienstagabend der Sturm los, der von der B 10 im Bereich Rauschenbrunnen über die Parkwaldsiedlung und den Alten Friedhof über den Horeb fegte. "Das war eine Sache von fünf Minuten. Da konnten wir keine Meldung herausgeben", meinte am Mittwoch Feuerwehrleiter Karl-Heinz Bär auf die Frage, wieso das Unwetter nicht über Katwarn angekündigt wurde. So schnell wie der Sturm kam, war er auch wieder vorbei. Die Feuerwehr hatte jedoch bis 21.30 Uhr alle Hände voll zu tun. 46 Mann waren mit zwölf Fahrzeugen im Einsatz. Auch die Polizei zählte dutzende Einsätze und berichtet von Bäumen, die auf parkende Autos fielen. In einem Fall erwischte es einen Mercedes in der Landauer Straße, dessen Insassen glücklicherweise unverletzt blieben. Am dicksten getroffen hat es die Parkwaldsiedlung im Bereich des Terrassenwegs. Silke Ohliger-Sefrin betreut dort in der Johannes-Kepler-Straße Haus und Hund ihrer Schwiegertochter. Ein Baum zertrümmerte einen Unterstand, ein Baum- sowie ein Gartenhaus und krachte auf das Hausdach. Die Metallkonstruktion des Unterstandes sei wie ein Kartenhaus zusammengefallen unter dem Gewicht der Eiche aus Nachbars Garten, erzählt Ohliger-Sefrin. "Wenn wir da draußen unter dem zertrümmerten Dach gesessen hätten", malt sich Ohliger-Sefrin die Folgen aus. Das Dach sei jetzt undicht. Die Familie sei glücklicherweise versichert. Auf einem Fußgängerweg unterhalb des Hauses liegen alle paar Meter dicke Baumstämme, die wie Mikadostäbe umgefallen sind. Der Weg ist gesperrt. Oberbürgermeister Markus Zwick konnte noch nicht sagen, wann die Verwaltung zum Freischneiden kommt. Die Bürger bat der Stadtchef um Geduld bei der Aufarbeitung der Schäden. Und in den folgenden Tagen sollten Fußgänger immer mal nach oben sehen, ob da lose Ziegel oder abgeknickte Äste eine Gefahr darstellen. Über 170 Bäume seien im Stadtgebiet beschädigt worden. Allein im Alten Friedhof, der gestern auch gesperrt wurde, seien 50 Bäume betroffen. Spekulationen, wonach es sich um einen Tornado gehandelt haben könnte, wollte Zwick gestern nicht bestätigen, aber auch nicht ausschließen. Der Verlauf spreche für die Tornadothese. Der Deutsche Wetterdienst habe aber keine Daten, die dies bestätigten, sagte Zwick. Für die Feuerwehreinsätze werden im übrigen Rechnungen fällig. Die würden aber in der Regel von den Versicherungen übernommen, meinte Feuerwehrchef Bär. Der Mittwochmorgen stand im Zeichen des Aufräumens. Die Herzogstraße auf dem Horeb war die ganze Nacht gesperrt und ist es am Tag nach dem Unwetter immer noch. Anwohner berichten, dass der Wind durch die Straße gezogen sei und von einem Dach Ziegel abgedeckt hat. Die Feuerwehr rückte an und sicherte das Anwesen, holte die losen Ziegel vom Dach herunter – unter anderem mit Hilfe einer Drehleiter. Auf der Straße sind am Mittwoch Bürger mit Besen in der Hand zu sehen. Sie beseitigen Überbleibsel des Sturms. Auf dem Abschnitt der Herzogstraße von Arius bis Wormser Straße, wo der Sturm das Dach beschädigte, liegen immer noch Teile von zerbrochenen Ziegeln. An einer Hauswand haben Bewohner einen Haufen aus Scherben zusammengekehrt. Für die Leute, die hier zusammenstehen und kehren, ist das Unwetter vom Vortag das Thema schlechthin. Stadtfeuerwehrinspekteur Karl-Heinz Bär sagt, die Feuerwehr habe "enorm viel" zu tun gehabt. Unter anderem rückten die Wehrleute zur Lutherkirche aus. Pfarrer Wolfdietrich Rasp berichtet von einem Schaden am Dach der Kirche zur Pfarrgasse hin. Außerdem sei ein Blech am Turm in Mitleidenschaft gezogen worden. Wasser sei jedoch nicht ins Innere der protestantischen Kirche gedrungen, das hätten die Lattung und ein Feuchtigkeitsstopp verhindert. Die Schadenshöhe kann Rasp noch nicht beziffern. Aber er geht davon aus, dass sie sich mindestens im oberen vier-, wenn nicht sogar fünfstelligen Bereich bewegen wird. Als "kleines Wunder" bezeichnet es der Theologe, dass kein Mensch durch die herabstürzenden Ziegel verletzt worden sei. [...]"

Sturm über Pirmasens: Großer Schaden in wenigen Minuten (Die Rheinpfalz, 02.10.19)