Bisher 3 bestätigte und 7 Verdachtsfälle
Ihre Suche in 2018
Februar

Althegnenberg (BY)

 04.02.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 16:00 Uhr MESZ, Dauer: mehr als 3 Minuten. Beobachtung einer weit hinab reichenden, schlauchförmigen Trichterwolke im Bereich eines Schauers. Über Bodenkontakt des Wirbels ist nichts bekannt. Ein Augenzeuge: "Bei der Fahrt auf der Autobahn zwischen Augsburg und München ist mir in südlicher Richtung unter einer dicken Schauerwolke eine sehr lange, sehr schmale Trombe aufgefallen. Leider gab es keine Horizontsicht, so weiß ich nicht, ob es einen Bodenkontakt gab. Nach ca. 5 Minuten war die Trombe nur noch verweht, nach weiteren 5 Minuten verschwunden. Im Dopplerradar gibt es zu der Zeit an dem Ort eine Auffälligkeit."

Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)
Januar

Lippstadt (NW)

 16.01.2018 / Stärke (F1) Bestätigt
Zeitpunkt: gegen 11:45 Uhr. Der Wirbel wurde nach einem Bericht bei Facebook von Arbeitern in Lippstadt beobachtet. Schäden unter anderen in der Windmüllerstraße, das komplette Blechdach einer Werkshalle wurde abgedeckt. Aus einer Meldung der Feuerwehr Lippstadt: "Das komplette Wellblechdach einer Lagerhalle eines metallverarbeitenden Betriebes, ca. eine Fläche von 800 qm², ist durch eine Windhose abgedeckt worden. Teile des Daches sind auf dem Betriebsgelände gelandet und ca. 100 m auf ein Nachbargrundstück geflogen. Die Feuerwehr entfernte über die ausgefahrene Drehleiter lose Trümmerteile im Dachbereich. Die Lagerhalle wurde stromlos geschaltet." - Aussage eines Augenzeugen: "Die Uhrzeit war ca 12:00 Uhr, ich konnte den Rüssel sehen, der an uns vorbei rauschte, ein Baum hat es auch an der Nebenstraße erwischt, er fiel auf ein Auto."

Schadenanalyse der Tornado-Arbeitsgruppe (pdf, TAD)
Fotos der Schäden (Facebook)
Scheune nach Tornado nur noch ein Trümmerfeld (Soester Anzeiger, 16.01.18)
Tornado hinterlässt ein Trümmerfeld (Lippstädter Zeitung, 16.01.18)
Sturm deckt in Lippstadt Hallendach ab (Westfalenpost, 17.01.18)
TH 1 / Sturmeinsatz (Feuerwehr Lippstadt)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Schoneberg (NW)

 16.01.2018 / Stärke (F1) Bestätigt
Zeitpunkt: gegen 11:25 Uhr. Etwa 500 Meter nordnordwestlich von Schoneberg stürzte eine massive Scheune ein. Aus einer Meldung der Zeitung Die Glocke vom 16.01.2018: " Schoneberg: Tornado zerstört Scheune - Lippetal (gl) - Um 11.23 Uhr befand sich Gertrud Kohlhage (74) am Dienstag in ihrer Küche. Wegen einer Knie-Operation saß sie im Rollstuhl. Windgeräusche ließen sie aus dem Fenster blicken. Sie erschrak: "Ich dachte, mir fliegen die Bäume entgegen", schildert die Schonebergerin. Dann flüchtete sie und suchte Schutz in der fensterlosen Deele des Bauernhauses. Draußen ein mächtiges Donnern, tiefes Grollen. Ihr Mann Friedrich (74) kam aus dem Badezimmer. "Was kann das nur sein?" Es war ein Tornado, der über den Ostkreis Soest hinwegfegte. Die ersten, die die mächtige Windhose beobachteten, waren Hanna Farwick (84) und Vera Schütte vom Löttenkamp in Hovestadt. Hanna Farwick schaute nach Süden aus dem Küchenfenster und sah, wie alles Laub vom Boden in einem Schlauch in die Höhe gesogen wurde. Dann begann der Holzstoß am nahegelegenen Feldrand zu wackeln, eine Plane hob sich ab. Die daneben stehende Spitzpappel begann zu wanken. Dann stürzte sie nach Süden auf das Feld. Der Wirbelsturm zog indessen weiter gen Osten. Unterwegs zog er Dachziegel von den Häusern und brach Äste und ganze Bäume ab. Und dann näherte er sich dem Frischenweg in der Schoneberger Heide, wo Gertrud Kohlhage noch ahnungslos in der Küche weilte. Ein paar Minuten später war die Scheune dem Erdboden gleich gemacht. Das massive Gebäude mit rund 400 Quadratmetern wurde von dem Tornado gepackt, geschüttelt, angehoben und fallen gelassen. Danach blieb nur noch ein unsortiertes Trümmerfeld aus Wänden, Ziegeln und Dachbalken übrig. Der 25 Jahre alte silberne Volvo von Gertrud Kohlhage wurde vor der Scheune noch schwer beschädigt, ein Wohnmobil, das daneben stand, sowie der grüne Toyota ihres Mannes blieben heil." - Der betroffene Schadensbereich ist etwa 900 Meter lang und nur wenige Meter breit.

Schadenanalyse der Tornado-Arbeitsgruppe (pdf, TAD)
Scheune nach Tornado nur noch ein Trümmerfeld (Soester Anzeiger, 16.01.18)
Tornado hinterlässt ein Trümmerfeld (Lippstädter Zeitung, 16.01.18)
Schoneberg: Tornado zerstört Scheune (Die Glocke, 16.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Lützelsdorf (BY)

 03.01.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 09:10 Uhr. Meldung über das Meldeformular der Tornadoliste: "Schadensschneise. Stromleitung abgerissen, Scheunen teilw. abgedeckt, Dachschäden, Bäume abgeknickt." - Dazu aus einer Meldung von nordbayern.de vom 03.01.2018: "Sturmtief riss sogar Scheunen mit sich - Abgedeckte Dächer, gesperrte Straßen, überflutete Keller: "Burglind" kam mit Macht - 03.01.2018 17:29 Uhr. KUNREUTH/WEINGARTS/LÜTZELSDORF - Burglind blies die Backen auf: Das Sturmtief, das am Mittwoch Vormittag über den Landkreis hinwegfegte, riss binnen weniger Stunden Bäume um und brachte Scheunen zu Fall. [...] Heftige Verwüstungen hinterließ der Sturm im Raum Lützelsdorf, wo die Feuerwehren aus Pretzfeld, Wannbach und Lützelsdorf die Durchgangsstraße von Pretzfeld nach Egloffstein zwischen Lützelsdorf und Wannbach voll sperrten. Kommandant Thomas Glas von der FFW hatte den Einsatz geleitet und erläuterte kurz die Arbeiten: Bäume waren auf die Staatsstraße gefallen, sie wurden mit schwerem Gerät und mit Motorsägen fachgerecht entfernt. Dazu galt es, vorübergehend den Verkehr umzuleiten. Das Straßenbauamt war angerückt, die Fahrbahn parallel dazu zu reinigen. "Es war für einen kurzen Moment, als wollte der Sturm die Fenster eindrücken", erzählt Helmut Streibel, Einwohner von Lützelsdorf. "Alles sah weiß aus." Der Sturm fegte durch das kleine Dorf und hinterließ auch hier vorwiegend teilweise abgedeckte Wohnhäuser und abgedeckte Dächer von Geräteschuppen sowie zerstörte Garagen. Am Hang oberhalb von Lützelsdorf stehen die Gebäude des Kreisbienenlehrstands. Dort brachte der Sturm die Gerüste zu Fall und zerlegte einen neuen Holzanbau förmlich in Stücke. Unweit davon waren die Experten der Stromversorgung EON zugange. Der Sturm hatte nämlich eine stromführende 20-kV-Leitung aus der Halterung gerissen und quer über alle Leitungen geweht. Das war auch der Grund für einen Kurzschluss und einen vorübergehenden Stromausfall im Trubachtal zwischen Ebermannstadt und Thuisbrunn. [...]" - Es ergibt sich eine Schadensschneise von max. 800 Meter Länge. Breite ist schwierig abzuschätzen, dürfte aber mindestens 50 Meter im Ort gewesen sein, maximal 100m. Die Schäden liegen im Bereich F1. An einem größeren Haus wurden Wellplatten vom Flachdach anscheinend selektiv abgehoben.

Sturmtief riss sogar Scheunen mit sich (nordbayern.de, 03.01.18)
Bilderstrecke (nordbayern.de, 03.01.18)
Schwere Schäden nach Sturmtief - "Burglind" im Kreis Forchheim (inFranken.de, 03.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Weingarts (BY)

 03.01.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 09:05 Uhr. Aus einer Meldung von nordbayern.de vom 03.01.2018: "Sturmtief riss sogar Scheunen mit sich - Abgedeckte Dächer, gesperrte Straßen, überflutete Keller: "Burglind" kam mit Macht - 03.01.2018 17:29 Uhr. KUNREUTH/WEINGARTS/LÜTZELSDORF - Burglind blies die Backen auf: Das Sturmtief, das am Mittwoch Vormittag über den Landkreis hinwegfegte, riss binnen weniger Stunden Bäume um und brachte Scheunen zu Fall. "Wie nach einem Bombenanschlag", so berichten Anwohner, hat es rund um Kunreuth ausgesehen. Dort hat der Sturm eine massive Maschinenhalle mit sich gerissen. Es war wie eine Windhose, kurz und heftig, die eine Schneise der Verwüstung im Landkreis Forchheim anrichtete. So jedenfalls empfand es Gruppenführer Thorsten Sailer von der FFW Kunreuth. Dort versuchten seine Männer, das Wasser entlang der Staatsstraße im Graben zu kanalisieren. Beim Überfluten der Straße hatte es Schottersteine quer über die Fahrbahn geschwemmt. Die Feuerwehrmänner reinigten den Gefahrenpunkt. "Bereits um 9.15 Uhr ist die erste Alarmierung eingegangen", erzählt Kreisbrandrat Oliver Flake. Ein umgeknickter Baum zwischen Kunreuth und Weingarts war dort auf die Straße gefallen. "Relativ intensiv", so Flake, habe der Sturm auch in und um Rangen und Walkersbrunn getobt. Dort sind einige Bäume auf die Straße gefallen, im Wald selbst zeigte sich eine Schneise der Verwüstung. In Weingarts wurde eine massiv gebaute Maschinenhalle durch Burglind völlig zerstört. "Es sah aus wie nach einem Bombenanschlag", berichteten Anwohner." - Die völlig zerstörte Steinscheune scheint massiv zu sein, ein Ytong-Steinbau (einreihig). Das Dach und fast alle umlaufenden Mauerstücke und Tore sind zerstört. Verfrachtung von Dachmaterialien liegen vor, teils in Richtung Nord, teils bis Ostnordost gestreut, Steinmaterial auch Richtung West (gegenläufig). Auch der Wagen im Gebäude scheint bewegt worden zu sein. Schaden mindestens im oberen F1-Bereich. Der Schneisenverlauf aufgrund keiner weiteren Schäden in dem offenen Gelände nicht ermittelbar. Die nahe der Maschinenhalle stehende Scheune blieb unbeschädigt. Ferner kann man auch sehen, dass die Hauptschadensverfrachtung Richtung Norden bzw. Nordosten war, d.h. zur linken Seite bei Sturmeinwirkung. Dies würde eher zu einem Tornado passen als zu geradlinigen Winden, zumal das Gebäude an einem Hanganstieg steht und nicht in einer Senke, wo man mit Verwirbelungen rechnen müsste.

Sturmtief riss sogar Scheunen mit sich (nordbayern.de, 03.01.18)
Bilderstrecke (nordbayern.de, 03.01.18)
Schwere Schäden nach Sturmtief - "Burglind" im Kreis Forchheim (inFranken.de, 03.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Wind (BY)

 03.01.2018 / Stärke (F1) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 08:50 Uhr. Aus einer Meldung von TV Oberfranken vom 03.01.2018: "Bäume entwurzelt und Dächer abgedeckt. Sturmtief Burglind zog am Mittwoch (3. Januar) auch über Oberfranken hinweg. Im Pommerfeldener Ortsteil Wind (Landkreis Bamberg) hinterließ der Sturm eine Spur der Verwüstung. Die Aufräumarbeiten werden mindestens den ganzen Tag andauern. Eine Schadenshöhe ist noch nicht ermittelt. Personen wurden den ersten Angaben zufolge nicht verletzt. Mehrere Gebäude wurden schwerst beschädigt, viele Dächer abgedeckt. Mehrere Bäume entwurzelte der Sturm. Sie stürzten entweder auf die Straße oder auf die Dächer der Gebäude. Die Böen waren am Morgen so heftig, dass sie eine Scheune, in der Baumaschinen standen, zum Einstürzen brachte. Augenzeugen berichteten gegenüber News5, dass eine "Windhose" durch den Ort gezogen sei. Am Vormittag herrschten laut dem Bericht aufgrund der zahlreichen Schäden chaotische Zustände vor. Die örtlichen Feuerwehren, die mit einem Großaufgebot vor Ort sind, arbeiten sich derzeit Haus für Haus vor, um die Schäden zu beseitigen." - Eine Kartierung der Schäden hat ergeben, dass sich durch den Ort eine schmale Schneise erstreckt. Die Aussage des Feuerwehrchefs, dass kein Haus unbeschädigt blieb, ist nicht korrekt. Die Schäden ziehen sich zwar quer durch den Ort, aber begrenzt auf 30m Breite. Dazu gibt es offenbar rückwärtig verfrachtete Trümmerteile (Dachziegel) und auch an windabgewandten Seiten bei Häusern Dachschäden. Die Schäden im Ort liegen größtenteils im Bereich F0-F1, die eingestürzte Scheune mindestens im F1-Bereich.

Bäume entwurzelt und Dächer abgedeckt (TV Oberfranken, 03.01.18)
Windhose rast über Landkreis Bamberg (inFranken.de, 03.01.18)
Bildergalerie: Windhose rast über Landkreis Bamberg (inFranken.de, 03.01.18)
Wind nach dem Sturm (inFranken.de, 04.01.18)
Schäden durch "Burglind": Gemeinde sammelt für Sturmopfer (inFranken.de, 12.01.18)
Augenzeugenberichte sprechen für Tornado (Mainpost, 23.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Neuhengstett (BW)

 03.01.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 08:25 Uhr. Meldung über das Meldeformular der Tornadoliste: "Das Dach unserer Festhalle wurde heute abgedeckt und die Teile etwa 100m verfrachtet. Im nahen Umkreis wurden aber keine Schäden verzeichnet. Es handelt sich um metallbeplankte Dachteile, die unmöglich bei von meiner Station gemessenen 87,8 km/h so weit verfrachtet werden können. Station etwa 200m Luftlinie entfert. An der Festhalle wurde die windabgewandte Seite abgedeckt. Was mich dabei verwundert, sind die weiten Verfrachtungen der schweren Dachteile. Aufgrund von Bäumen und Laternen, können diese definitiv nicht über den Boden geweht worden sein, sondern müssten durch die Luft geflogen sein. Es gibt in der Umgebung um die Festhalle keine Schäden, weder an Bäumen, Dächern noch an Schildern. Unsere Feuerwehr verzeichnete zwei Einsätze wegen umgestürzten Bäumen etwa 2km entfernt (Ottenbronn), etwa 20 min später. Auf umliegenden Wiesen in Richtung Möttlingen (Norden) sind ein paar alte, morsche Obstbäume dem Sturm zum Opfer gefallen, wie es in der Umgebung bei fast jedem Sturm vorkommt, allerdings nicht in der Nähe der Festhalle. Ein Gewitter habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht wahrgenommen." - Die Verfrachtungen erfolgten teilweise zur linken Seite der Zugbahn und im Boden wurden Einschläge verzeichnet. Beide spricht eher für einen Tornado.

Tornadoverdacht in Neuhengstett
Einsatzbericht mit Fotos (Feuerwehr Althengstett)
Sturm "Burglind" schlägt richtig zu (Schwarzwälder Bote, 03.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Wiesenfeld (BY)

 03.01.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 07:52 Uhr. Aus einer Meldung der Mainpost vom 03.01.2018: "Massive Sturmschäden in Wiesenfeld, Straßen gesperrt. Sturm Burglind hat am Mittwochmorgen auch im Landkreis Main-Spessart gewütet. Vor allem im Raum Lohr und Marktheidenfeld gab es jede Menge umgestürzte Bäume und daraus resultierend gesperrte Straßen. In Partenstein fiel ein Baum auf ein geparktes Auto, in dem gottlob niemand saß. Am stärksten hat es jedoch Wiesenfeld getroffen. Dort hat eine heftige Sturmböe, manche sprachen gar von einer Windhose, am Mittwoch um kurz vor 8 Uhr für zum Teil große Schäden an Dutzenden Dächern im Altort gesorgt. Manche Scheunendächer waren bis zu einem Drittel abgedeckt. Außerdem knickten auch hier Bäume um, Scheunentore wurden herausgerissen, Antennen umgedrückt. Im ganzen Dorf war die Bevölkerung auf den Beinen und kehrte Ziegelbrocken zusammen, auf etlichen Dächern, auf denen Ziegel fehlten, sah man Menschen herumsteigen, die versuchten die Löcher wieder zu flicken. Überall standen Grüppchen herum und unterhielten sich über die Schäden. Mehrere Zimmerleute waren im Ort unterwegs und sicherten Dächer notdürftig ab. Denn der Sturm Burglind sollte weiteren Regen und Wind bringen. In der Reckentalstraße stürzte ein Baum gegen ein Haus und drückte die Fensterscheiben eines Erkers ein, die Scherben landeten im Wohnzimmer. Die Wiesenfelder Feuerwehr, die am Mittwochmorgen im Dauereinsatz war, entfernte den Baum, eine Plane ersetzte zunächst die Fensterscheiben. Die Bewohnerin berichtet, dass es acht Minuten vor 8 Uhr einen Schlag getan habe und plötzlich habe der Wind durchs Haus geweht. Thorsten Peter, der in der Erlenbacher Straße wohnt, berichtet, dass es vor 8 Uhr schon eine Weile draußen gescheppert hatte, weil der Wind wehte. "Auf einmal hat's gerumst und es war Totenstille", berichtet er. Wie man es von Erzählungen über Tornados in den USA kenne. Beim Blick aus dem Fenster stellte er fest, dass im Nussbaum im Hof das Trampolin der Nachbarn hing, das es über den Gartenzaun geweht hatte. Die Feuerwehr musste es herausholen. In der Rohrbacher Straße wehte es ein Carport etwa zwanzig Meter weit über eine Garage hinweg in einen Hof. Friedrich Bruder wunderte sich, dass es bei seiner Scheune in der Schätzleinsgasse auf einer Dachseite fast ein Drittel abdeckte, wo das Gebäude doch schon über 50 Jahre da stehe. Zudem riss es von einer Mauer Bruders eine Bleckabdeckung ab, die auf dem Auto der Nachbarin landete. Am Gutshof riss es ein Metalltor einer Lagerhalle heraus. Sebastian Gopp, 77, dem die Halle gehört, erzählt über den Sturm: "Das hat so komische Geräusche gemacht." Er könne es gar nicht beschreiben, so was habe er noch nicht erlebt. Dann hätten ihm die Leute gesagt, dass es das Tor der Halle herausgerissen habe. "Was das für Schäden sind, das ist ja Wahnsinn." Bei Erich und Erika Arnold hat es ein Dachfenster heruntergeweht. Eine Nachbarin machte sie darauf aufmerksam. Während Erika Arnold das erzählt, kommt eine ältere Wiesenfelderin mit dem Rad und fragt: "Ist bei euch auch was runter?" Währenddessen warnt eine Nachbarin Passanten, weil ihr Mann gerade auf dem Nachbardach Ziegeln austauscht. Aus einer Lücke in einem weiteren Dach, sieht man, wie gerade von innen eine Hand neue Ziegeln einsetzt. Die Wiesenfelder Feuerwehr sperrte zeitweise einzelne Straßen ab, weil sie mit der Drehleiter der Karlstadter Feuerwehr lose Ziegel von den Dächern holte, bevor die von selbst herunterfallen konnten. Auch am Dach der Kirche, wie auch am Pfarrheim in der Ortsdurchfahrt, gab es massive Schäden, allerdings konnte dort die Feuerwehr nicht mit der Drehleiter anrücken. Doch nicht der ganze Ort war betroffen, vielmehr zog sich ein breiter Streifen der Verwüstung durch die Ortsmitte. Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach hält für die "wahrscheinliche Erklärung", dass es kein lokaler Tornado, sondern eine extreme, gerade verlaufende Windböe an einer markanten Kaltfrontlinie war, deren Auftreten durch die Kuppellage Wiesenfelds begünstigt wurde. Generell seien aber bei der Wetterlage auch lokale Tornados nicht ausgeschlossen, bei der Beurteilung sei man auf Augenzeugen angewiesen. Kreisbrandrat Peter Schmidt sagt auf Nachfrage, dass ansonsten vor allem die Spessartgemeinden, vor allem mit umgestürzten Bäumen betroffen gewesen seien, hauptsächlich im Raum Lohr und Marktheidenfeld. Ständig habe es neue Alarmierungen gegeben, etliche Feuerwehren waren im Einsatz. Lohrs Kreisbrandinspektor Harald Merz sagt, dass die Bäume auch aufgrund des aufgeweichten Bodens weniger Halt hatten. Aufgrund umgestürzter Bäume waren am Mittwoch die MSP 19 zwischen Bayerischer Schanz und Ruppertshütten, die MSP 21 zwischen Bischborner Hof und Neuhütten sowie die MSP 26 im Hafenlohrtal, zwischen Windheim und Lichtenau, gesperrt, teilte das Landratsamt mit. Die Straße im Hafenlohrtal blieb den ganzen Tag gesperrt. Zwischen dem Bischborner Hof und Neuhütten lag auf einer Länge von etwa 300 Metern ein Baum neben dem anderen. Eine Hebamme war um kurz nach Mittag am Bischborner Hof kurzzeitig verzweifelt, als sie die Straße nach Neuhütten, wohin sie musste, gesperrt vorfand. Sie fuhr schließlich über Heigenbrücken."

Massive Sturmschäden in Wiesenfeld, Straßen gesperrt (Mainpost, 03.01.18)
Augenzeugenberichte sprechen für Tornado (Mainpost, 23.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Neuhütten (BY),
Lohr (BY)

 03.01.2018 / Stärke (F2) Bestätigt
Zeitpunkt: gegen 07:45 Uhr. Aus einer Meldung der Mainpost vom 17.01.2018: "Burglind hinterlässt Schneise der Verwüstung im Spessart - Sturmtief Burglind hat am 3. Januar im Spessart eine fast durchgehende 100 bis 300 Meter breite und rund fünf kilometerlange Schneise der Verwüstung angerichtet. Streckenweise ist kaum ein Baum stehen geblieben. "Das geht von Neuhütten bis nach Lohr", sagt Bernhard Rückert, Leiter der Forstverwaltung der Stadt Lohr. Die Aufarbeitung des gewaltigen Schadens, entstanden in kaum fünf Minuten, wird Monate dauern. Angesichts des schneisenartigen Schadens, den er so in 30 Jahren noch nicht erlebt habe, geht Rückert von einem Tornado aus. [...] Insgesamt 50 000 Festmeter umgeworfen Insgesamt sind im Forstrevier Neuhütten, das zum Staatswald des Forstbetriebs Heigenbrücken gehört, auf 85 Hektar und vier Kilometern Länge etwa 40 000 Festmeter Bäume umgeworfen worden – etwa das Dreifache des Jahreseinschlags dort und rund ein Drittel des gesamten Forstbetriebs. [...] Südlich von Neuhütten beginnt der Korridor und zieht sich entlang eines Höhenrückens fast bis nach Lohr. Betroffen ist auch Neuhüttener Privatwald. Am Tag von Burglind war die Straße zwischen dem Bischborner Hof und Neuhütten gesperrt, weil dort auf einer Breite von rund 300 Metern die Bäume wie Streichhölzer umgeknickt waren. Außen herum war kaum ein Schaden zu sehen. Erst später stellte sich heraus, dass hier der Beginn der Schneise lag. Schneisenartiger Schaden wie 1972 "Die Konzentration ist ungewöhnlich", sagt Joachim Keßler. Bei Stürmen wie Wibke, Lothar oder Kyrill seien die Schäden viel verteilter gewesen. Alte Forstleute erzählen aber von einem Gewittersturm im Jahr 1972, als im ganzen Spessart schon einmal solche Schneisen aufgetreten seien. Eine "bunte Mischung" an Bäumen sei laut Keßler bei Burglind betroffen: "Kiefern, Buchen, Fichten, Tannen, auch Eichen." Etwa zur Hälfte Laubholz und zur Hälfte Nadelholz. Im Stadtwald hat es zu Bernhard Rückerts Überraschung vor allem Buchen und weniger Nadelholz, wie er es erwarten würde, getroffen. Auch 150- bis 200-jährige Eichen habe der Wind umgerissen. "Bei einem Tornado bleibt einfach nix stehen." Rückert geht von einem Tornado aus, weil die Schneise deutlich begrenzt sei und direkt daneben oft nicht einmal ein Ast zu Schaden kam. Außerdem sei viel Holz "abgedreht". Verfolge man die Linie der Schneise auf der Karte weiter, komme man zu den Windschäden im stark betroffenen Wiesenfeld bis nach Pommersfelden (Oberfranken), wo es die kleine Gemeinde Wind arg gebeutelt hat. Im Stadtwald sei die Schneise im Gegensatz zum Staatswald aber nicht durchgehend, so Rückert. "Der Wind ist ein wenig gesprungen." Mal sei 200 bis 300 Meter lang kein Schaden, dann wieder ein Loch, in dem praktisch kein Baum stehen blieb. [...]" - Am rechten Rand der Schneise zeigen sich eindeutige Fallrichtungen zur Mitte der Schneise hin, teils quer zur Zugrichtung.

Schadenanalyse der Tornado-Arbeitsgruppe (pdf, TAD)
Burglind hinterlässt Schneise der Verwüstung im Spessart (Mainpost, 17.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Bad Bodendorf (RP)

 03.01.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 05:55 Uhr. Aus einer Meldung des Rhein Ahr Anzeigers vom 03.01.2018: "Windhose deckte Stalldach ab. 3. Januar 2018. Sinzig-Bad Bodendorf – Sinzig-Bad Bodendorf, Hauptstraße Am 03.01.2017, um 06.09 Uhr, wurde durch eine Windhose ein Stalldach abgehoben und auf die mehrere Meter entfernte Hauptstraße geschleudert. Hierbei wurden ca. 14 geparkte Fahrzeuge, eine Photovoltaikanlage und angrenzende Häuser beschädigt. Der Sachschaden wird auf mehrere 10.000 Euro geschätzt. Im Einsatz waren u.a. die Feuerwehr Sinzig-Bad Bodendorf und die Polizeiinspektion Remagen" - Konkrete Indizien für einen Tornado liegen nicht vor. Die angegebene Uhrzeit erscheint mit 06:09 Uhr etwas zu spät.

Windhose deckte Stalldach ab (Polizeidirektion Mayen, 03.01.18)
Windhose deckte Stalldach ab (Rhein Ahr Anzeiger, 03.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)