Bisher 8 bestätigte, dazu 2 Plausible und 64 Verdachtsfälle
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+++ Sponsor für Tornadoliste gesucht! +++

Mit zunehmender Klimaerwärmung kann auch die Gefahr lokaler Unwetter steigen. Auch starke Tornados gehören in Deutschland zum Wettergeschehen dazu, sie sind aber nur wenig erforscht. Dies sollte sich unbedingt ändern, die Schäden durch Tornados gehen allein in Deutschland in jedem Jahr in die Millionen, auch einige Menschen sind bei uns schon durch Tornados ums Leben gekommen.
Die Tornadoliste Deutschland kostet unheimlich viel Zeit und auch einiges an Geld. Seit nunmehr 18 Jahren betreibe ich die Liste, zuerst nur mit wenigen Fällen, inzwischen mit weit über 5000 Fällen, angefangen im Mittelalter bis hin zu den aktuellsten Tornados im Jahr 2018. Damit dies auch so bleibt, suche ich einen Sponsor, um mich noch mehr um die Tornados in Deutschland kümmern und die dabei anfallenden Kosten decken zu können. Interessenten bitte melden unter sponsor@tornadoliste.de, Danke.
Juli

Burg Stargard (MV)

 10.07.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 20:00 Uhr MESZ. Meldung einer Trichterwolke in einem Kommentar zum Fall Heek: "Dann war gestern abend um 20Uhr auch einer bei Burg Stargard in Mecklenburg Vorpommern zu beobachten denn, dies sah genau so aus."

Meldung der Trichterwolke (Facebook)

Ortfeld (NW)

 10.07.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 14:30 Uhr MESZ. Aus einer Meldung der Westfälischen Nachrichten vom 10.07.2018: "Windhose über dem Ortfeld - Westerkappeln - Anfang des Jahres ist Familie Hoferichter in ihr Eigenheim am Rande des Ortfeldes eingezogen. Ein kleines bisschen sieht es vor der Haustür noch nach Baustelle aus. Der Garten gleicht jedoch seit Dienstagnachmittag einem Trümmerfeld. Eine Windhose ist über das Grundstück gezogen. Das Wichtigste: Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Als die Familie gegen 14.30 Uhr einen lauten Knall hört, sind alle im Haus. Der kleine Paul schaut aus dem Fenster und sieht in dem Moment sein Planschbecken in südlicher Richtung davonschweben. Das große Gartenhaus hat der kleine Tornado komplett abgedeckt. Die um die 30 Kilogramm schweren OSB-Platten hat die Windhose circa 300 Meter weit über bis die ehemalige B 65 hinweggetragen. Jens Hoferichter und Vater Klaus suchten umgehend den angrenzenden Acker nach Trümmern ab. "Einige Teile lagen auch auf dem Parkplatz der Gaststätte "Grüner Jäger"", berichtet Stefanie Jäger. Die Familie ist erleichtert, dass das Wohnhaus verschont geblieben ist. Vom Garagenabbau wurden lediglich Ziegel abgedeckt. "Das Gartenhaus ist aber ein Totalschaden", ist Jens Hoferichter überzeugt. Denn nicht nur das Dach wurde abgedeckt, auch die Wände wurden vom Sturm heftig eingedrückt. Den Nachbarn der Hoferichters hat es ebenfalls getroffen, Dachziegel fehlen, das Gewächshaus zerstört. Einige Meter weiter hat der Tornado überdies einen Baum abgeknickt wie ein Streichholz. Dass es sich nicht nur um eine heftige Sturmböe handelte, hat die Nachbarin der Hoferichters selbst beobachtet und das lässt sich auf dem angrenzenden Feld zurückverfolgen, wo die Windhose kreisartig den Weizen bis zur Ibbenbürener Straße flach legte. Der Versicherungsvertreter gehe ewbenfalls davon aus, sagt Jens Hoferichter. Beim Suchen nach Trümmerteilen haben Vater und Sohn Einiges im Getreide gefunden, aber nicht alles. Ein Gartenstuhl ist bislang nicht aufgetaucht, ebenso fehlt ein meterlanges Teil der Dachrinne. Da die Hoferichters nicht wissen, wem die Ackerflächen gehören, hoffen sie, die Bauern auf diesem Wege zu erreichen, damit sie beim Mähdreschen vorsichtig sind. Pauls Planschbecken bleibt wohl verschollen. Angesichts des leichten Gewichts kann der Mini-Pool schon bis Tecklenburg geweht sein. Vermutlich hängt er aber irgendwo in einem Baum oder Gestrüpp fest."

Windhose über dem Ortfeld (Westfälische Nachrichten, 10.07.18)

Oberopfingen (BW)

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 06.07.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: ca. 16:40 bis 16:50 Uhr MESZ. Beobachtung einer ausgeprägten und weit hinab reichenden Trichterwolke in 88457 Kirchdorf an der Iller, Blickrichtung Oberopfingen.

Trichterwolke bei Oberopfingen

Pfullingen (BW)

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 05.07.2018 / Stärke (n. bek.) Plausibel
Zeitpunkt: gegen 20:55 Uhr MESZ. Durchzug eines kleinräumigen Wirbels: "Deutlich sichtbar rotierende Zelle, die am 5.7.2018 kurz vor 21h über den Georgenberg südöstlich über Pfullingen zur Albhochfläche zog und dabei für etwa 15 Sekunden stark rotierenden Wind bis zum Boden verursachte, direkt an der Pfullinger Wetterstation. Die rotierende Luftmasse hat nur etwa 10 Sekunden den Windmesser beruehrt, geschaetzte 80-100 km/h, WSWin zeigt den Graph kurz ausserhalb der Skala springen. Sichtbare Schaeden Nein. Die Rotation ging auf Sicht ca 100m ueber die Haeuser hinweg und hat ein im Haus sehr dumpfes, lautes Geraeusch erzeugt. Es gibt in meiner Straße Zeugen, die die Rotation beschreiben. "Aus allen Richtungen" wurde Luftmasse sehr schnell nach oben gesaugt. Ein Nachbar (guter Beobachter) bestätigte: "Aus allen Richtungen" wurde der Trichter gespeist und er sei über die "Haid" neben dem sichtbaren "Georgenberg" gezogen."

Plausibler Tornado in Pfullingen
Video Pfullingen Funnel/Tornado (YouTube)
Wetterstation Pfullingen

Heidelberg (Neckar) (BW)

 04.07.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 18:50 Uhr MESZ. Beobachtung eines verdächtigen Gebildes in Trichterform: "War in kirchheim bei den kleingärten im Feld Richtung Königstuhl und am Anfang hat es nach Rotation ausgesehen, war aber nichts, hat sich dann nach einer Stunde aufgelöst."

Foto der möglichen Trichterwolke (Facebook)

Frasdorf (BY)

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 04.07.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 15:48 Uhr MESZ. Beobachtung einer Trichterwolke von Aschau im Chiemgau aus mit Blickrichtung Frasdorf.

Trichterwolke bei Frasdorf

Arft (RP)

 04.07.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: zwischen 13 und 14 Uhr MESZ. Meldung eines Tornados über das Meldeformular: "Beobachtung einer rotierenden Wolke nach 13 Uhr, aus der sich eine Trichterwolke bei aufziehendem Gewitter gebildet hat. Gegenstände wurden durch die Luft geschleudert, Hagel um 2-4 cm aufgetreten, keine Bilder vorhanden. Zwischen 13 und 14 Uhr am Ortsausgang Arft Richtung Hohe Acht. Sie hielt sich nur sehr kurz auf. Gegenstände wurden wie bei einem Downburst durch die Gegend geschleudert. Es waren keine schweren Gegenstände. Nachfolgend dann eine Shelf Cloud mit einem heftigen Gewitter mit Platzregen und Hagel."
Juni

Bissingen (BY)

 12.06.2018 / Stärke (n. bek.) Bestätigt
Zeitpunkt: gegen 12:20 Uhr MESZ. Tornado im Bereich Bissingen im Landkreis Dillingen. Über Schäden ist nichts bekannt, aber der sichtbare Teil des Wirbels reichte praktisch bis zum Boden. Die in dem Zeitungsbericht genannten Vergleiche über Tornados in den USA und Deutschland sind falsch, Tornados können in Europa genauso stark sein wie in den USA.

Experte glaubt: Es war ein Tornado bei Bissingen (Augsburger Allgemeine, 13.06.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Miesenbach (RP)

 11.06.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 15:00 Uhr MESZ. Aus einer Meldung der Zeitung Die Rheinpfalz vom 11.06.2018: "[...] Über die Feuerwache in Ramstein-Miesenbach ist eine Windhose gezogen. „Die hat hier einen Baum zerlegt“, berichtete Wehrleiter Franz-Josef Preis. Zudem habe sie einen Carport abgedeckt und einige Ziegel von Dächern gerissen. [...]"

Heftiges Unwetter fegt über die Pfalz (Die Rheinpfalz, 11.06.18)
Sturmschäden – VG Ramstein (Feuerwehr Ramstein)

Derendingen (BW)

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 10.06.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 18:09 Uhr MESZ. Beobachtung einer Trichterwolke im Bereich südlich von Tübingen. Aus einer Meldung des Reutlinger General-Anzeiger vom 12.06.2018: "Ungewöhnlich: Ein Fast-Tornado über dem Rammert - Am Sonntagabend hat sich über dem westlichen Tübinger Kreisgebiet eine Windhose entwickelt. An der Unterseite einer Gewitterzelle bildete sich für wenige Minuten ein dünner Wolkenschlauch, der beim Rammert kurz den Boden berührt haben könnte. Bei Bodenkontakt wäre es ein Tornado." - Dazu auch eine Meldung über das Meldeformular von Skywarn: "Meldung durch Spotter vor Ort. Gegen 18.10 Uhr kurzzeitig Bildung eines Tornados (Staubfuß erkennbar) davor und danach ebenfalls kurzzeitig jeweils ein Funnel zu sehen. Offenbar superzelliges Gewitter, weiter aktiv."

Trichterwolke bei Derendingen
Ungewöhnlich: Ein Fast-Tornado über dem Rammert (Reutlinger General-Anzeiger, 12.06.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Falkenrehde (BB)

 10.06.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 14 Uhr MESZ. Aus einer Meldung der Märkischen Allgemeinen vom 11.06.2018: "Windhose zerstört vier Autos - Ein heftiges Unwetter mit Sturm und Regen gab es Sonntag im Ketziner Ortsteil Falkenrehde. Kurz bevor dort ein Fußballspiel angepfiffen werden sollte, stürzten mehrere Bäume um. Verletzt wurde niemand. Eine Windhose fegte Sonntag durch Falkenrehde. Gegen 14 Uhr, kurz vor dem Fußballspiel zwischen dem FSV 95 Ketzin/Falkenrehde und dem FC Borussia Brandenburg war das Unwetter über dem Sportplatz hereingebrochen. Mehrere Pappeln brachen in der Mitte ab und stürzten herunter, zahlreiche Äste fielen auf den Rasenplatz. "Die Spieler haben sich vor und im Vereinsheim in Sicherheit gebracht. Wir hatten Glück, dass das Spiel noch nicht angepfiffen war", sagte der FSV-Vorsitzender Frank Recknagel. "Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt", erklärte Bürgermeister Bernd Lück. Allerdings entstand an vier geparkten Autos und an einem Bungalow in Falkenrehde, auf den Baum gekippt war, erheblicher Sachschaden. Lob verteilte Frank Recknagel an die 39 Kameraden von der Falkenrehder und der Ketziner Feuerwehr, "die professionell Hilfe leisteten, und an beide Fußballmannschaften, die spontan zupackten, um den Platz, der flächendeckend von Baumresten bedeckt war, freizuräumen." An ein Punktspiel sei nicht zu denken gewesen, die Partie wurde abgesagt. Auch für die Feuerwehrleute war der Einsatz ungewöhnlich, wie der Ketziner Ortswehrführer Steffen Vogeler sagte: "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir bei solch einer Wetterlage mal einen großen Einsatz nur in einem Ortsteil hatten. Rings herum war nichts." Während in Ketzin viele Straßen trocken waren, tobte in Falkenrehde der Sturm. "Bei der Anfahrt von Ketzin nach Falkenrehde lag in Höhe des Firmengeländes von Ehl ein Baum auf der Landesstraße 862, sodass die Verbindung nach Ketzin gesperrt werden musste", so Vogeler. Insgesamt sind am Sonntag neun Bäume umgekippt, die meisten waren Pappeln am Sportplatz."

Windhose zerstört vier Autos (Märkische Allgemeine, 11.06.18)

Calw (BW)

 07.06.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 19:07 Uhr MESZ. Aus einer Meldung des Kreisfeuerwehrverbandes Calw vom 08.06.2018: "Landkreis Calw (ots) - Am gestrigen Abend zog durch den Landkreis Calw eine mächtige Gewitterzelle und löste eine Vielzahl von Hilfeleistungseinsätzen aus. Im gesamten Landkreis waren die Feuerwehren gefordert Straßen von umgestürzten Bäumen zu beseitigen und vollgelaufene Keller auszupumpen. Das sogenannte "Epizentrum" lag dabei über Bad Teinach-Zavelstein und der Kreisstadt Calw. In Bad Teinach wurde sogar die Feuerwehr selbst zu Betroffenen und mussten den Keller des Gerätehauses auspumpen. Auch hier galt es umgestürzte Bäume zu beseitige, Keller auszupumpen und Kanaldeckel wieder einzusetzen. Zeitweise entstanden durch gehobene Kanaldeckel Wasserfontänen von bis zu 80 cm. In Calw tobte über dem Stadtgarten ein kleiner Tornado. Dieser entwurzelte Bäume die teilweise noch aus dem vorletzten Jahrhundert stammen. Hier waren rund 30 Kräfte im Einsatz. Am Stadtgarten musste eine schwer verletzte Person (vermutlich von einem Ast getroffen) mittels einer Schleifkorbtrage gerettet und im Anschluss rettungsdienstlich versorgt werden. Er kam in eine Calwer Klinik. Kreisbrandmeister Hans-Georg Heide beschrieb nach in Augenscheinnahme der Situation am Freitagmorgen die Lage wie folgt: "In Calw und dem übrigen Landkreis mussten abgedeckte Häuser provisorisch abgedeckt werden, vielerorts liegen noch Bäume oder Aste auf Gebäuden - so auch auf der Calwer Stadtkirche. Neben der Sperrung der Nagoldtalbahn waren auch Bundes- und Landstraßen von Überflutungen und Geröllabgängen betroffen. In einer Reihe von Teilorten des Teinachtals und der Gemeinde Neuweiler waren Keller überflutet. Die Aufräumarbeiten werden sich noch über Tage, - im Calwer Stadtgarten - über Wochen hinziehen". Die überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Feuerwehren im Landkreis Calw sind seit mehreren Wochen täglich oder mehrmals in der Woche zu technischen Hilfeleistungen im Einsatz. Eine Verbesserung der Momentanen Wetterlage lässt keine Entspannung erkennen." - Anwohner sprechen vom Aufzug einer "weißen Wand", was eher auf einen Downburst (Gewitterfallböe) hindeutet.

Kleiner Tornado zog durch Calwer Stadtgarten (Kreisfeuerwehrverband Calw, 08.06.18)

Zarnekow (MV)

 02.06.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 16:20 Uhr MESZ. Beobachtung einer Trichterwolke. Aus einer Meldung des Nordkurier vom 03.06.2018: "Am Samstag konnten Wetter-Fans ein aufregendes Naturschauspiel zwischen Zarnekow und Demmin beobachten: Eine Windhose hatte sich gebildet. Eine Kameradin der Jugendfeuerwehr filmte den Mini-Tornado. Man ist vom aktuellen Wetter ja einiges gewöhnt, aber was sich da am Samstag gegen 16.20 Uhr am Himmel zwischen Zarnekow und Demmin zeigte, sorgte bei vielen Beobachtern für ungläubiges Staunen: Eine kleine Windhose schlängelte sich von den dunklen Wolken in Richtung Erdboden. Schäden hat der Mini-Tornado nach aktuellem Stand nicht angerichtet, die Feuerwehr kam nicht zum Einsatz. Unter anderem eine Kameradin der Jugendfeuerwehr Zarnekow filmte aber das Naturschauspiel." - Es handelte sich natürlich nicht um einen "Mini-Tornado", den es gar nicht gibt. Der Ausdruck wurde mal von einigen Medien geschaffen, um zu zeigen, dass Tornados in Europa grundsätzlich schwächer sind als in den USA. Dies ist aber falsch.

Tornado sorgt für Aufregung bei Demmin (Nordkurier, 03.06.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Lauenau (NI)

 01.06.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 12:30 Uhr MESZ. Aus einer Meldung der Schaumburger Nachrichten vom 04.06.2018: "Windhose wütet in Lauenau - Mit lautem Krachen sind etliche Teile aus der Krone der über hundert Jahre alten Linde vor der Lauenauer Albert-Schweitzer-Schule auf Fahrbahn und Gehweg der Coppenbrügger Landstraße gefallen. Zu Sach- und Personenschäden kam es bei diesem Vorfall am Freitagmittag nicht. Allerdings hatten Schulkinder und Autofahrer Riesenglück, als sich der Vorfall gegen 12.30 Uhr ereignete. Eine Hülsederin passierte mit ihrem Auto noch einen Augenblick vorher die Unfallstelle. Nur wenige Minuten später hätten Mädchen und Jungen das Gebäude verlassen, um genau neben dem Baum auf den Schulbus zu warten. Warum dicke Äste und Stämme des üppigen Gewächses zu Boden geprasselt waren, konnte sich zunächst niemand erklären. "Die Linde ist doch erst vor zwei Jahren untersucht und von Altholz befreit worden", wunderte sich Hausmeister André Faby. Es habe zwar gedonnert; doch zu einem Blitzschlag in nächster Nähe sei es nicht gekommen. Lehrerin Katrin Schäfer hatte jedoch Sekunden vor dem Baumschaden eine merkwürdige Beobachtung gemacht: Eine Windhose sei durch den Apfelgarten der Schule in Richtung Linde geweht. Sie habe dies an dem heftigen Regenschauer erkennen können, dessen Schwaden sich mit der Böe drehten. Die alarmierte Feuerwehr hatte mehr als zwei Stunden in zeitweise strömendem Regen zu tun, um mit Kettensägen die langen Äste zu zerlegen und Zweige und Blattwerk zu beseitigen. Dafür musste die Coppenbrügger Landstraße voll gesperrt werden. Der Verkehr wurde innerörtlich umgeleitet. Auch dem Schulbus wurde vorübergehend eine andere Haltestelle zugewiesen, damit die Kinder gefahrlos einsteigen konnten. In der Mittagszeit ergossen sich über den Flecken heftige Regenfälle. Das sich sammelnde Oberflächenwasser war so stark, dass etliche Gullideckel hochgedrückt wurden."

Windhose wütet in Lauenau (Schaumburger Nachrichten, 04.06.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)
Mai

Bad Saulgau (BW)

 31.05.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 19:15 Uhr MESZ. Meldung einer Trichterwolke durch einen Skywarn-Beobachter: "Wir sind hier gerade in Saulgau in Baden-Württemberg an einer kräftigen Zelle und haben eine kurzlebige Funnelcloud vor uns und zieht Richtung Nordwesten mit dem Gewitter."

Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Gaste (NI)

 29.05.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 18:20 Uhr MESZ. Aus einer Meldung des Neue Osnabrücker Zeitung vom 29.05.2018: "Windhose fegt über Hasbergen hinweg - Hasbergen. Eine Windhose ist am Dienstag über Hasbergen hinweggefegt. Etwa 15 Bäume stürzten um. Am frühen Dienstagabend kam in Hasbergen zu einem starken Unwetter. In der Folge gingen Regen und Hagel auf die Hüggelgemeinde nieder. Wie der Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr, Dennis Halsband, mitteilte, entwickelte sich der dabei auftretende Wind im Ortsteil Gaste zu einer Windhose. Diese hatte in der Straße "Im Marlingskamp" etwa 15 Bäume umgestürzt. Wegen der zahlreichen Einatzstellen im gesamten Ortsgebiet musste die Straße für die weiteren Arbeiten zunächst gesperrt werden. Ebenfalls in Gaste stürzte ein Baum auf eine Telefonleitung und riss diese ab. Am Gaster Kirchweg stürzte ein Baum auf die Fassade eines Hauses. Nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr kamen Personen nicht zu Schaden."

Windhose fegt über Hasbergen hinweg (Neue Osnabrücker Zeitung, 29.05.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Verl (NW)

 29.05.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: früher Abend. Aus einer Meldung von Tag24 vom 30.05.2018: "Unwetter sorgt für reichlich Chaos in OWL: Windhose zieht durch Gütersloh - Bielefeld - Heftiger Starkregen und tobende Gewitter haben am Dienstagabend in OWL für reichlich Chaos gesorgt. Vor allem der Kreis Gütersloh war betroffen. Rund 160 Einsätze vermeldete die Feuerwehr dort, wegen umgestürzter Bäume und diverser Wasserschäden. Aber nicht nur die Feuerwehrmänner, sondern auch die Polizei und die Bauhöfe waren im Dauereinsatz. "Das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben", verriet ein Sprecher der Polizei. Auf einer Straße zwischen dem Gütersloher Stadtteil Friedrichsdorf und Verl kam es allem Anschein nach zu einer Windhose, die zahlreiche Bäume aus dem Boden riss. Generell gab es an diesem Abend mehrere Schäden durch umgestürzte Bäume. So stürzte in Versmold ein Baum auf ein Auto, während in Gütersloh ein umgekippter Baum auf ein Haus fiel und dieses leicht beschädigte. Im Großen und Ganzen verlief das Unwetter in OWL aber ziemlich glimpflich ab. Zwar vermeldete die Feuerwehr in Paderborn 32 und die Feuerwehr in Bielefeld zwölf Einsätze, aber zum Glück wurde dabei niemand verletzt. [...] Update, 15.04 Uhr: Auch in Verl hinterließ das Unwetter jede Menge Chaos. Auf dem Hof von Dirk Wester-Ebbinghaus wurde beispielsweise eine komplette Scheune zerstört. Mehrere Buchen und Eichen wurden entwurzelt. "Wir mussten uns auf dem Weg hierher erst einmal selber den Weg freimachen", berichtet Firmenchef Wolfgang Steffenfauseweh über zahlreiche Bäume, die quer über der Straße lagen. [...]" - Eine Vor-Ort-Untersuchung hat ergeben, dass wahrscheinlich ein Downbust (Gewitterfallböe) die Ursache war.

Unwetter sorgt für reichlich Chaos in OWL: Windhose zieht durch Gütersloh (Tag24, 30.05.18)
Schwere Unwetter in NRW: Windhose in Gütersloh (Neue Westfälische, 30.05.18)
Nach dem Sturm in Gütersloh wird aufgeräumt (Neue Westfälische, 31.05.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Ochtrup (NW)

 29.05.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 17:35 Uhr MESZ. Aus einer Meldung der Neuen Westfälische vom 30.05.2018: "Windhose fegt durch Ochtrup - Nach dem Unwetter am Dienstagabend hatten die Feuerwehr und die Stadtwerke einiges zu tun. Unter anderem waren große Teile der Oster und der Wester ohne Strom. Ziemlich laut gekracht hat es am Dienstagabend in Ochtrup – und in weiten Teile der Oster und Wester war es anschließend zappenduster: Durch das Gewitter kam es in den Bauerschaften zu einem größeren Stromausfall. Gegen 20.24 Uhr ging in vielen Häusern das Licht aus, informierte Robert Ohlemüller, Betriebsleiter der Stadtwerke, am Mittwoch. Das Bereitschaftsteam habe sich prompt auf die aufwendige Suche nach dem Ursprung des Problems gemacht. "Es stellten sich dabei zwei Fehlerquellen heraus", erläuterte Robert Ohlemüller. Sowohl die Trafo-Station "Sahle" als auch die Trafo-Station "Möllers" in der Oster-Bauerschaft seien beschädigt gewesen. "Bei Sahle hat ein Blitz direkt in die Trafo-Station eingeschlagen", berichtet der Stadtwerke-Chef. "Das hat wahnsinnig laut geknallt." Die Notfallmannschaft machte sich sogleich an die Reparatur. "Gegen 21.30 Uhr war die Versorgung weitgehend wiederhergestellt", berichtet Ohlemüller. Lediglich neun Kunden hätten noch länger im Dunkeln sitzen müssen und seien erst gegen 23.30 Uhr wieder am Netz gewesen. Wie viele Häuser insgesamt betroffen waren, konnte Ohlemüller nicht genau sagen. "Wir haben etwa 40 Anrufe bekommen", berichtet der Betriebsleiter. Erfahrungsgemäß meldeten sich ja aber längst nicht alle Betroffenen – "wenn sie sehen, dass die Nachbarn auch keinen Strom haben". nVor dem eigentlichen Gewitter hatte auch schon eine Windhose, die durch Teile von Ochtrup fegte, für Probleme gesorgt. "Die erste Störungsmeldung bekamen wir um 18.25 Uhr", erläutert Robert Ohlemüller. Im Bereich der Adresse Oster 407 kippten mehrere Bäume um und beschädigten die Niederspannungsfreileitung. "Daraufhin waren sieben Kunden vom Netz." Die Beseitigung der Störung habe gut zwei Stunden gedauert, die Zuschaltung der Haushalte sei um 20.30 Uhr erfolgt. Auch im Bereich der Anschrift Oster 264 fiel laut Ohlemüller ein Baum auf die Niederspannungsfreileitung und musste beseitigt werden. "Dort kam es aber zu keiner Unterbrechung in der Versorgung", sagte der Betriebsleiter. Einiges zu tun hatte wegen des Unwetters am Dienstagabend auch die Ochtruper Feuerwehr. Um 17.24 Uhr rückte der Löschzug Welbergen in den Schweringhook aus, weil die Windhose dort mehrere Bäume entwurzelt hatte, die einen öffentlichen Weg versperrten. Eine gute Viertelstunde später blockierten umgestürzte Bäume die Bilker Straße. Darum kümmerte sich eine Gruppe des Ochtruper Löschzugs. "Anschließend hatten wir noch einige kleinere Einsätze in der Wester und Oster", berichtete Wehrleiter An­dreas Leusing. Dort seien zum Beispiel Baumkronen herausgebrochen. "Insgesamt kann man aber sagen, dass wir in Ochtrup noch relativ glimpflich davongekommen sind.""

Windhose fegt durch Ochtrup (Neue Westfälische, 30.05.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Hesseln (NW)

 29.05.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: zwischen 17:00 und 17:15 Uhr MESZ. Aus einer Meldung des Westfalen-Blatts vom 29.05.2018: "Bäume stürzen auf die B68 - Mehrere große Bäume stürzten am Dienstagabend auf die B68 zwischen Halle und Borgholzhausen. Halle/Borgholzhausen (WB). Mehrere große Bäume sind an der Stadtgrenze von Halle zu Borgholzhausen am Dienstagabend kurz vor 19 Uhr direkt auf die B68 gestürzt. Ein Baum stürzte auf Dach und Windschutzscheibe eines 28-jährigen Bünders. "Ich sah irgendetwas von der Seite kommen und habe mich instinktiv weggeduckt", sagte Steven Gordon dem WESTFALEN-BLATT. Der junge Mann aus Bünde blieb zum Glück unverletzt. Feuerwehrkräfte aus Halle und Borgholzhausen waren rund zwei Stunden mit Sägen und Radladern im Einsatz, um die umgestürzten Bäume zu beseitigen. Der Verkehr staute sich mehrere Kilometer in beide Richtungen. Der Einsatzleiter der Feuerwehr vermutete, dass wegen der Größe der Bäume wohl eine Windhose für die verheerende Wirkung verantwortlich war." - Dazu die Meldung eines Augenzeugen: "Ich habe gesehen, daß es ein Tornado war. Leider konnte ich keine Fotos machen, da ich am Autofahren war. Schlagartig wirbelten Laub, Äste und Grasbrocken auf die Straße. Es regnete wie aus Eimern und war sehr dunkel. Der Wind kam gefühlt aus allen Richtungen. Kurze Zeit später konnte man über dem nach Nordosten angrenzenden Feld eine Art Wirbel abziehen sehen. Das sah ähnlich aus, wie ein Staubteufel, allerdings größer. Ich schätze den Durchmesser auf ca. 20 Meter, daher kam ich zu dem Schluß, eine Windhose gesehen zu haben." - Eine Vor-Ort-Untersuchung hat ergeben, dass wahrscheinlich ein Downbust (Gewitterfallböe) die Ursache war.

Bäume stürzen auf die B68 (Westfalen-Blatt, 29.05.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Kleekamp (NW)

 29.05.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 17:00 Uhr MESZ. Aus einer Meldung des Haller Kreisblattes vom 15.07.2018: "Borgholzhausen-Kleekamp. Den 29. Mai wird Kerstin Hecht so schnell nicht vergessen. Die 51-Jährige sitzt an diesem Dienstag gegen 17 Uhr in ihrer Terrassentür, als sie plötzlich einen sehr kräftigen Windstoß spürt. "Es krachte und dann sah ich, wie auf einmal in Zeitlupe Bäume umfielen", erinnert sie sich. Kerstin Hecht bewohnt am Landbach 31 einen Kotten, in dessen unmittelbarer Nähe 31 sehr große Pappeln stehen. Jetzt stehen dort nur noch 25 der bis zu 35 Meter hohen Bäume. Zwei Pappeln fallen direkt bei dem Windstoß um und reißen 20 Meter hohe Tannen mit. Auf dem Nachbargrundstück kippt ebenfalls eine hohe Pappel um, doch die richtet keinen Schaden an. Anders bei Kerstin Hecht und dem Mitmieter Rüdiger Engel. Ein Baum fällt auf das Gebäude und beschädigt einen Teil des Daches. "Wir haben das alles notdürftig gesichert und dann den Eigentümer verständigt." Seit 18 Jahren besteht das Mietverhältnis mit Rolf Westmeyer. Eine Windhose ist der Grund für die entwurzelten Bäume in Kleekamp. Das Unwetter zieht mit Starkregen durch Ostwestfalen-Lippe und sorgt allein im Kreis Gütersloh für rund 160 Feuerwehreinsätze. Der Regen hat Kerstin Hecht von ihrer Terrasse ins Gebäude vertrieben. "Ich bin dann vor das Haus gelaufen und habe meine beiden Pferde aus dem Stall unter den Bäumen auf die Wiese gebracht", erinnert sie sich. Als sie in die Küche zurückkehrt, kann sie nicht mehr aus dem Fenster sehen. Ein mächtiger Baum liegt dort und versperrt den Weg auf die Terrasse. Die Pappel hat Gartenmöbel und anderes Inventar zerstört. "Wir haben einen Schaden von rund 1.000 Euro, den keine Versicherung bezahlt." Vier Bäume fallen in der Folge der Windhose direkt um und richten auf dem 5.500 Quadratmeter großen Grundstück Verwüstungen an. - Sechs Wochen nach der Windhose liegen immer noch die Baumriesen herum. Das Dach wird schnell repariert. "Es hat nur eine Nacht etwas hinein geregnet", so Kerstin Hecht. Die Aufräumarbeiten auf dem Grundstück gehen aber nicht voran. Sechs Wochen nach der Windhose liegen dort immer noch die Baumriesen herum. "Fünf Bäume liegen im Teich." Zwei Pappeln stürzen nicht direkt um, sondern bleiben in anderen Bäumen hängen. Es besteht die Gefahr, dass sie ebenfalls auf das Haus fallen und dabei andere Bäume mitreißen. "Wir haben große Angst gehabt und nur abseits vom Haus im Wohnmobil geschlafen", erklärt Kerstin Hecht. Obwohl die Mieter den Vermieter bedrängen, passiert aus ihrer Sicht erst einmal lange Zeit nichts. Es dauert über vier Wochen, bevor ein Fachunternehmen beim ersten Gefahrenbaum die Krone auslichtet. "Die zogen am vergangenen Samstag ab und meinten, der Baum bleibt jetzt erst einmal stehen." Am Mittwoch fällt dieser Baum um, richtet aber keinen weiteren Schaden an. Am späten Donnerstagnachmittag kommt die Firma erneut nach Kleekamp. "Die Mitarbeiter schnitten zwei Zweige ab, mit denen der Baum an einem anderen hing, dann fiel er einfach um." Aus Sicht der Mieterin besteht seit der Windhose Lebensgefahr beim Betreten des Grundstücks. Rolf Westmeyer zeigt sich erleichtert, dass die "zwei Gefahrenbäume jetzt liegen". Die seien definitiv nicht mehr standsicher gewesen, räumt der Landwirt ein. "Alle Fachfirmen sind derzeit gut ausgelastet", begründet Rolf Westmeyer den zeitlichen Ablauf der Aktion. Außerdem sei die Lage auf dem Grundstück äußerst schwierig. Tatsächlich stehen die Pappeln, die Anwohnern zufolge nach dem Zweiten Weltkrieg gepflanzt wurden, eng aneinander. Er wisse nicht, wie alt die Bäume genau seien, sagt Rolf Westmeyer. Dass sie über 40 Jahre und damit "schlagreif" sind, räumt er ein. Pappeln können zwar über 100 Jahre alt werden, doch mit zunehmenden Alter lässt ihre Standsicherheit nach. Sie bilden nur horizontale Wurzeln. [...]"

Dann fiel der Baum einfach um (Haller Kreisblatt, 15.07.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Löttringhausen (NW)

 27.05.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 16:00 Uhr MESZ. Meldung über das Meldeformular der Tornadoliste: "Laut einer Anwohnerin tobte in der Zeit um 16 Uhr am 27.05.2018 ein heftiges Gewitter mit kurzeitig heftigen Sturm ca 3 Minuten, Laut der Anwohnerin wurden in der Schneiderstraße mehrere Bäume entwurzelt und Dächer abgedeckt, was auch der WDR bestätigte auf meiner Nachfrage hin. Sie selber sagte, es sei auch ein PKW angehoben worden, es wäre wie ein Sog gewesen und hörte sich an wie ein Zug, so etwas hätte sie noch nie erlebt. Laut WDR in Dortmund hatte die Feuerwehr rund 40 Einsätze. Abgedeckte Dächer und umgestürzte Bäume waren auch dabei; das wird aber nichts größeres gewesen sein - also keine Verletzten und keine hohen Sachschäden."

Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Linden (HE)

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 24.05.2018 / Stärke (n. bek.) Plausibel
Zeitpunkt: gegen 16:00 Uhr MESZ. Plausibler Tornado unter anderem von Großen-Linden aus gefilmt. Ob aufgefundene Schäden zu dem Fall gehören, ist nicht geklärt, zumindest ein Teil dieser Schäden ist alt.

Tornado bei Großen-Linden
Video des Tornados (Facebook)
Weitere Fotos und Videos des Tornados (Facebook)
Weitere Fotos der Trichterwolke (Twitter)
Tornado rotiert bei Gießen (Hessenschau, 24.05.18)
Deutscher Wetterdienst bestätigt Tornado zwischen Großen-Linden und Gießen (Gießener Anzeiger, 25.05.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Memmingen (BY)

 21.05.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 17:15 Uhr MESZ. Meldung eines Tornados über das Meldeformulars: "Gegen 17:00 konnte man eine strukturierte Gewitterwolke mit gesenkter Basis erkennen. Gegen 17:15 bildete sich eine Trichterwolke, welche Staub aufwirbelte, diese verschwand jedoch leicht im Regen, sodass ich nur noch den großen Trichter sah, welcher sich gegen 17:40 wieder auflöste und die Superzelle zog mit Starkregen, Hagel und starken Abwinden weg. Der Tornado befand sich im Osten von Memmingen über einem Acker."

Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Boisheim (NW),
Dilkrath (NW),
Schellerbaum (NW)

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 16.05.2018 / Stärke (F2) Bestätigt

Rietheim-Weilheim (BW)

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 15.05.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: zwischen 13:45 und 14:00 Uhr MESZ. Beobachtung einer ausgeprägten und weit hinab reichenden Trichterwolke, beobachtet in Rietheim, von Spaichingen kommend kurz nach der Ortseinfahrt gegenüber eines Restaurants auf einem beliebten Blitzerparkplatz aufgenommen, Blickrichtung Weilheim.

Trichterwolke bei Rietheim-Weilheim
Video der Trichterwolke (Facebook)
Foto der Trichterwolke (Facebook)
Weiteres Foto der Trichterwolke (Facebook)
Weiteres Foto der Trichterwolke (Facebook)
Weitere Fotos der Trichterwolke (Facebook)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Straußfurt (TH)

 12.05.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 20:41 Uhr MESZ. Meldung einer Trichterwolke über die Skywarn-Hotline: "Ich befinde mich nordöstlich von Straußfurt im Kreis Sömmerda in Thüringen. Vor mir sehe ich eine Gewitterzelle mit einem starken Niederschlagskern, die sich jetzt seit bestimmt 10, 15 Minuten an einem Ort befindet und immer wieder einen gesunden Aufwindbereich hat und aktuell auch eine Funnelcloud produziert."

Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Königslutter (NI)

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 10.05.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 14:10 bis 14:15 Uhr MESZ. Meldung einer Trichterwolke über die Skywarn-Hotline: "Standort ist westlich Helmstedt an der B1, ca. 2 Kilometer westlich Helmstedt, Blickrichtung ist parallel zur B1, ca. 10 km Entfernung eine Gewitterzelle, an deren Südflanke gegen 14:10 Uhr bis 14:15 Uhr ein Funnel zu sehen war." Die Trichterwolke dürfte etwa 7 bis 10 Minuten bestanden haben.

Trichterwolke bei Königslutter
Foto der Trichterwolke (Facebook)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)
April

Bremen (HB)

 26.04.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 13:00 Uhr MESZ. Meldung eines schwachen Tornados über die Skywarn-Hotline: "Ich befinde mich in Bremen, Stadtteil Gröpelingen, Einkaufszentrum Waterfront. Vor einer Schauerzelle zog ein schwacher Tornado von der Weser auf die Landscheide in östlicher Richtung."

Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Altenhain (SN)

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 11.04.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht

Wolfen (ST)

 05.04.2018 / Stärke (F0) Bestätigt
Zeitpunkt: gegen 16:55 Uhr MESZ. Meldung einer "Windhose" bei Twitter: "Gegen 17 Uhr gab es eine Windhose in Wolfen-Altstadt bzw im gebiet der Film bis hin zum Jahnstadion. Dort kam es zu abgedeckten Dächern. Aktuell ist durch Aufräumarbeiten die Jahnstarße höhe GO-Tankstelle voll gesperrt." - Der Fall wurde vor Ort untersucht: "Heute konnte ich die wichtigsten Leute antreffen, vor allem die zum Ereigniszeitpunkt diensthabende GO-Kassiererin (Anmerkung: Tankstelle vor Ort). Sie berichtete von zunehmender Dunkelheit, Sturm und einer Reihe schutzsuchender Menschen. Schäden sind im Bereich der Tankstelle nicht aufgetreten, jedoch flogen Kübel und Dachteile vorbei zur naheliegenden Straße. Der Vorfall soll weniger als 2 Minuten angehalten haben. Die Herkunft der Dachteile Konnte ich ermitteln, da der Inhaber der Fa. vor Ort war. Seine Lagerhalle wurde teilweise abgedeckt; bei den Dachteilen handelt es sich um etwa 10 qm große Aluminium-Trapezprofile mit geringem Eigengewicht und auffallend viel Montageschaum. Er betonte allerdings, er hatte das Gefühl, Jemand drücke aus dem Inneren der Halle gegen das Dach. In meiner Praxis ist es schon einige Male vorgekommen, dass Schäden an Schildern entstanden indem größere Flächen mit hoher Geschwindigkeit überströmt wurden und bei entsprechender Sogwirkung auch größere Fassadenteile wegbrachen. Ein "Rüssel" wurde von beiden nicht wahrgenommen." - Nach Auswertung der Augenzeugenberichte und einer Vor-Ort-Erkundung durch die Tornado-Arbeitsgruppe ist ein schwacher Tornado bestätigt.

F0-Tornado in Wolfen (Sachsen-Anhalt) am 5. April 2018 (Tornado-Arbeitsgruppe Deutschland)
Meldung einer Windhose (Twitter)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Catharinau (TH)

 04.04.2018 / Stärke (n. bek.) Kein Tornado
Zeitpunkt: gegen 18:30 Uhr MESZ. Aus einer Meldung der Polizei Thüringen vom 05.04.2018: "Uhlstädt-Kirchhasel, Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (ots) - Hoher Sachschaden entstand am Mittwochabend bei dem Unwetter, das gegen 18:40 Uhr durch Catharinau zog. Eine Windhose sorgte dafür, dass vom Stalldach einer Agrargenossenschaft auf einer Fläche von ca. 100 m² Dachbleche und Solarmodule abgedeckt wurden. Die Teile wurden gegen die Dachhaut einer benachbarten Biogasanlage geweht und die Haut dadurch beschädigt. Weiter wurden die Dachbleche und Solarmodule über das Grundstück hinaus zu der angrenzenden Solaranlage geweht und beschädigten dort mehrere Photovoltaik-Module. Die Dachbleche und Solarmodule flogen teilweise über 200 m auf angrenzende Felder. Die Kreisstraße zwischen Kirchhasel und Catharinau war ebenfalls von den umherfliegenden Teilen betroffen, wurde aber durch Mitarbeiter der Agrargenossenschaft geräumt. Durch die Kreisstraßenmeisterei erfolgte die Reduzierung der Geschwindigkeit für den Gefahrenbereich. Mitarbeiter der Thüringer Energienetze wurden verständigt und kamen vor Ort, um weitere Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen. Der Gesamtschaden wurde auf 500.000 EUR geschätzt. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden." - Eine Vor-Ort-Untersuchung der Tornado-Arbeitsgruppe hat ergeben, dass es sich nicht um einen Tornado handelte.

Microburst / Fallwind in Catharinau (Thüringen) am 4. April 2018 (Tornado-Arbeitsgruppe Deutschland)
04.04.2018 I Catharinau (Uhlstädt-Kirchhasel) (SLF) (Thüringer Storm Chaser)
LPI-SLF: Windhose verursacht hohen Sachschaden (Polizei Thüringen, 05.04.18)
Video der Schäden (OTZ, Facebook)
Sturm deckt Dach eines Thüringer Agrarbetriebes ab (OTZ, 05.04.18)
Sturm deckt Dach eines Thüringer Agrarbetriebes ab (OTZ, 05.04.18)
Mehrere Hunderttausend Euro Schaden durch Gewitter (MDR, 05.04.18)
Windhose verursacht extreme Schäden in Thüringen (Thüringen24, 05.04.18)
Fallwind statt Tornado als Ursache (Thüringener Allgemeine, 11.04.18)
Der Fallwind war‘s – und kein Tornado (OTZ, 11.04.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)
März

Hamminkeln (NW)

 08.03.2018 / Stärke (F1) Bestätigt
Zeitpunkt: gegen 18:45 Uhr MESZ. Aus einer Meldung der NRZ vom 09.03.2018: "Hamminkelner berichten von Windhose - niemand verletzt. Wesel. Die Freiwillige Feuerwehr Hamminkeln ist Donnerstagabend zu einem unwetterbedingten Einsatz ausgerückt. Anwohner berichten von einer Windhose. Ein Unwetter hat am Donnerstagabend Hamminkeln heimgesucht. Verletzt wurde zwar niemand, aber der Sachschaden ist enorm. Vor allem den Hamminkelner Sportverein an der Roßmühle und den katholischen Kindergarten Arche an der Diersfordter Straße traf der heftige Wind arg. Die Freiwillige Feuerwehr Hamminkeln musste gegen 19 Uhr ausrücken. Anwohner berichten von einer Windhose, so die Feuerwehr. Gottfried Bückmann, Vorsitzender des Hamminkelner Sportvereins, war am Freitag angesichts der Verwüstungen, die an der Sportanlage verursacht worden waren, geschockt: "Das hab ich mir nicht vorstellen können." Er ist erst einmal heilfroh, dass niemand zu Schaden kam. "Zehn Minuten vorher haben hier noch zwei Jugendmannschaften trainiert. Gott sei Dank haben die Trainer schnell reagiert und das Training abgebrochen", zeigte sich Bückmann trotz der immensen Schäden erst einmal erleichtert. Und dann listet er auf. Auf dem Kunstrasenplatz wurden etwa 1000 Quadratmeter Boden angehoben und teilweise zerrissen, so dass der wirklich schwere Belag jetzt in Wellen auf der Fläche liegt. Den bekommt man nicht mal eben mit ein paar starken Männern wieder gerade gezogen. Der Wind riss ein Tor aus der Verankerung und wehte es zum benachbarten Landwirt herüber. Auch die Trainer- und Spielerbank, deren Überdachung einbetoniert war, muss wohl quer über den Platz geflogen sein, denn am Freitag lag sie am Kassenhäuschen. „Das ist jetzt auch ein wenig verschoben“, erzählte Bückmann der Redaktion. Dabei ist das eigentlich bruchsichere Glas an den Wänden in Tausend Scherben zerborsten und liegt nun quer über den ganzen Platz verstreut. Teile der Werbebanner vom Spielfeldrand wurden ebenfalls abgerissen und ins benachbarte Wohngebiet bis hin zur Blumenkamper Straße geschleudert. "Uns hat ein Anwohner angerufen und gesagt, dass die Werbung bei ihm im Vorgarten stecken geblieben ist und wir sie gerne abholen können", berichtete der Vereinsvorsitzende. Auf 30 Meter Breite schätzt er die Schneise, die die Windhose gerissen hat. Vollkommen fassungslos ist er angesichts der Tatsache, dass ein bewegliches Trainingstor über den zwei Meter hohen Industriezaun, der die Platzanlage umgibt, geflogen ist und sich auf dem Schützenplatz wiederfand: "So ein Teil bietet doch eigentlich keine Angriffsfläche für den Wind." Die Jugendspiele, die am Samstag und Sonntag, auf der HSV-Anlage ausgetragen werden sollten, hat der Verein erst einmal abgesagt. Die erste und dritte Mannschaft spielen auswärts, was mit der zweiten Mannschaft wird, musste Freitag noch geklärt werden. Der Trainingsbetrieb wird erst einmal nur eingeschränkt möglich sein. Nun hofft Gottfried Bückmann auf die Einsatzbereitschaft der Vereinsmitglieder, um den Platz, soweit es geht, wieder herzurichten. "Die Mitglieder haben uns noch nie im Stich gelassen", ist der Vorsitzende optimistisch. Nun gilt es erst einmal, Kostenvoranschläge rein zu holen und mit der Versicherung zu verhandeln. Auch der katholische Kindergarten Arche Noah hat unter dem Unwetter gelitten. Das Trampolin auf der Außenanlage ist umgestürzt und das Dach in Teilen abgedeckt. Das gilt auch für einige Dächer im benachbarten Wohngebiet. Bürgermeister Bernd Romanski zeigte sich vor allem erleichtert, dass niemand verletzt wurde. Zumal Donnerstagabend im Forum der Heinrich-Meyer-Realschule noch Simne Fleck anlässlich des Frauentags gastiert und viele Besucher angezogen hatte. Romanski: "Da darf man gar nicht drüber nachdenken, was alles hätte passieren können." Im benachbarten Kreis Kleve sind bei der Feuerwehr keine Meldungen wegen Sturmschäden eingegangen. Es habe laut Leitstelle ein Gewitter gegeben. Doch die Feuerwehr wurde nicht alarmiert. Malte Witt, Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst, kann eine Windhose nicht auf Anhieb bestätigen. Dazu müsse man sich die Schäden vor Ort genau ansehen und die Daten intensiv analysieren. Es habe jedoch eine "markante Gewitterzelle" gegeben, die zwischen 18.30 und 18.50 Uhr über Hamminkeln hinweggezogen war. "Dass es zu Sturmböen gekommen ist, halte ich für relativ plausibel", so der Meteorologe." - Link zur Schadenanalyse folgt noch. - Die Stärkeangabe ist vorläufig, punktuell könnte auch die Stufe F2 erreicht worden sein.

F1-Tornado in Hamminkeln (Nordrhein-Westfalen) am 8. März 2018 (Tornado-Arbeitsgruppe Deutschland)
Hamminkelner berichten von Windhose - niemand verletzt (NRZ, 09.03.18)
Gewittersturm fegt über Hamminkeln hinweg (RP Online, 09.03.18)
Windhose: Kunstrasen wird repariert (RP Online, 20.04.18)
Erfolgreiche Kunstrasenreparatur (RP Online, 27.04.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)
Februar

Althegnenberg (BY)

 04.02.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 16:00 Uhr MESZ, Dauer: mehr als 3 Minuten. Beobachtung einer weit hinab reichenden, schlauchförmigen Trichterwolke im Bereich eines Schauers. Über Bodenkontakt des Wirbels ist nichts bekannt. Ein Augenzeuge: "Bei der Fahrt auf der Autobahn zwischen Augsburg und München ist mir in südlicher Richtung unter einer dicken Schauerwolke eine sehr lange, sehr schmale Trombe aufgefallen. Leider gab es keine Horizontsicht, so weiß ich nicht, ob es einen Bodenkontakt gab. Nach ca. 5 Minuten war die Trombe nur noch verweht, nach weiteren 5 Minuten verschwunden. Im Dopplerradar gibt es zu der Zeit an dem Ort eine Auffälligkeit."

Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)
Januar

Lippstadt (NW)

 16.01.2018 / Stärke (F1) Bestätigt
Zeitpunkt: gegen 11:45 Uhr. Der Wirbel wurde nach einem Bericht bei Facebook von Arbeitern in Lippstadt beobachtet. Schäden unter anderen in der Windmüllerstraße, das komplette Blechdach einer Werkshalle wurde abgedeckt. Aus einer Meldung der Feuerwehr Lippstadt: "Das komplette Wellblechdach einer Lagerhalle eines metallverarbeitenden Betriebes, ca. eine Fläche von 800 qm², ist durch eine Windhose abgedeckt worden. Teile des Daches sind auf dem Betriebsgelände gelandet und ca. 100 m auf ein Nachbargrundstück geflogen. Die Feuerwehr entfernte über die ausgefahrene Drehleiter lose Trümmerteile im Dachbereich. Die Lagerhalle wurde stromlos geschaltet." - Aussage eines Augenzeugen: "Die Uhrzeit war ca 12:00 Uhr, ich konnte den Rüssel sehen, der an uns vorbei rauschte, ein Baum hat es auch an der Nebenstraße erwischt, er fiel auf ein Auto."

Schadenanalyse der Tornado-Arbeitsgruppe (pdf, TAD)
Fotos der Schäden (Facebook)
Scheune nach Tornado nur noch ein Trümmerfeld (Soester Anzeiger, 16.01.18)
Tornado hinterlässt ein Trümmerfeld (Lippstädter Zeitung, 16.01.18)
Sturm deckt in Lippstadt Hallendach ab (Westfalenpost, 17.01.18)
TH 1 / Sturmeinsatz (Feuerwehr Lippstadt)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Schoneberg (NW)

 16.01.2018 / Stärke (F1) Bestätigt
Zeitpunkt: gegen 11:25 Uhr. Etwa 500 Meter nordnordwestlich von Schoneberg stürzte eine massive Scheune ein. Aus einer Meldung der Zeitung Die Glocke vom 16.01.2018: " Schoneberg: Tornado zerstört Scheune - Lippetal (gl) - Um 11.23 Uhr befand sich Gertrud Kohlhage (74) am Dienstag in ihrer Küche. Wegen einer Knie-Operation saß sie im Rollstuhl. Windgeräusche ließen sie aus dem Fenster blicken. Sie erschrak: "Ich dachte, mir fliegen die Bäume entgegen", schildert die Schonebergerin. Dann flüchtete sie und suchte Schutz in der fensterlosen Deele des Bauernhauses. Draußen ein mächtiges Donnern, tiefes Grollen. Ihr Mann Friedrich (74) kam aus dem Badezimmer. "Was kann das nur sein?" Es war ein Tornado, der über den Ostkreis Soest hinwegfegte. Die ersten, die die mächtige Windhose beobachteten, waren Hanna Farwick (84) und Vera Schütte vom Löttenkamp in Hovestadt. Hanna Farwick schaute nach Süden aus dem Küchenfenster und sah, wie alles Laub vom Boden in einem Schlauch in die Höhe gesogen wurde. Dann begann der Holzstoß am nahegelegenen Feldrand zu wackeln, eine Plane hob sich ab. Die daneben stehende Spitzpappel begann zu wanken. Dann stürzte sie nach Süden auf das Feld. Der Wirbelsturm zog indessen weiter gen Osten. Unterwegs zog er Dachziegel von den Häusern und brach Äste und ganze Bäume ab. Und dann näherte er sich dem Frischenweg in der Schoneberger Heide, wo Gertrud Kohlhage noch ahnungslos in der Küche weilte. Ein paar Minuten später war die Scheune dem Erdboden gleich gemacht. Das massive Gebäude mit rund 400 Quadratmetern wurde von dem Tornado gepackt, geschüttelt, angehoben und fallen gelassen. Danach blieb nur noch ein unsortiertes Trümmerfeld aus Wänden, Ziegeln und Dachbalken übrig. Der 25 Jahre alte silberne Volvo von Gertrud Kohlhage wurde vor der Scheune noch schwer beschädigt, ein Wohnmobil, das daneben stand, sowie der grüne Toyota ihres Mannes blieben heil." - Der betroffene Schadensbereich ist etwa 900 Meter lang und nur wenige Meter breit.

Schadenanalyse der Tornado-Arbeitsgruppe (pdf, TAD)
Scheune nach Tornado nur noch ein Trümmerfeld (Soester Anzeiger, 16.01.18)
Tornado hinterlässt ein Trümmerfeld (Lippstädter Zeitung, 16.01.18)
Schoneberg: Tornado zerstört Scheune (Die Glocke, 16.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Lützelsdorf (BY)

 03.01.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 09:10 Uhr. Meldung über das Meldeformular der Tornadoliste: "Schadensschneise. Stromleitung abgerissen, Scheunen teilw. abgedeckt, Dachschäden, Bäume abgeknickt." - Dazu aus einer Meldung von nordbayern.de vom 03.01.2018: "Sturmtief riss sogar Scheunen mit sich - Abgedeckte Dächer, gesperrte Straßen, überflutete Keller: "Burglind" kam mit Macht - 03.01.2018 17:29 Uhr. KUNREUTH/WEINGARTS/LÜTZELSDORF - Burglind blies die Backen auf: Das Sturmtief, das am Mittwoch Vormittag über den Landkreis hinwegfegte, riss binnen weniger Stunden Bäume um und brachte Scheunen zu Fall. [...] Heftige Verwüstungen hinterließ der Sturm im Raum Lützelsdorf, wo die Feuerwehren aus Pretzfeld, Wannbach und Lützelsdorf die Durchgangsstraße von Pretzfeld nach Egloffstein zwischen Lützelsdorf und Wannbach voll sperrten. Kommandant Thomas Glas von der FFW hatte den Einsatz geleitet und erläuterte kurz die Arbeiten: Bäume waren auf die Staatsstraße gefallen, sie wurden mit schwerem Gerät und mit Motorsägen fachgerecht entfernt. Dazu galt es, vorübergehend den Verkehr umzuleiten. Das Straßenbauamt war angerückt, die Fahrbahn parallel dazu zu reinigen. "Es war für einen kurzen Moment, als wollte der Sturm die Fenster eindrücken", erzählt Helmut Streibel, Einwohner von Lützelsdorf. "Alles sah weiß aus." Der Sturm fegte durch das kleine Dorf und hinterließ auch hier vorwiegend teilweise abgedeckte Wohnhäuser und abgedeckte Dächer von Geräteschuppen sowie zerstörte Garagen. Am Hang oberhalb von Lützelsdorf stehen die Gebäude des Kreisbienenlehrstands. Dort brachte der Sturm die Gerüste zu Fall und zerlegte einen neuen Holzanbau förmlich in Stücke. Unweit davon waren die Experten der Stromversorgung EON zugange. Der Sturm hatte nämlich eine stromführende 20-kV-Leitung aus der Halterung gerissen und quer über alle Leitungen geweht. Das war auch der Grund für einen Kurzschluss und einen vorübergehenden Stromausfall im Trubachtal zwischen Ebermannstadt und Thuisbrunn. [...]" - Es ergibt sich eine Schadensschneise von max. 800 Meter Länge. Breite ist schwierig abzuschätzen, dürfte aber mindestens 50 Meter im Ort gewesen sein, maximal 100m. Die Schäden liegen im Bereich F1. An einem größeren Haus wurden Wellplatten vom Flachdach anscheinend selektiv abgehoben.

Sturmtief riss sogar Scheunen mit sich (nordbayern.de, 03.01.18)
Bilderstrecke (nordbayern.de, 03.01.18)
Schwere Schäden nach Sturmtief - "Burglind" im Kreis Forchheim (inFranken.de, 03.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Weingarts (BY)

 03.01.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 09:05 Uhr. Aus einer Meldung von nordbayern.de vom 03.01.2018: "Sturmtief riss sogar Scheunen mit sich - Abgedeckte Dächer, gesperrte Straßen, überflutete Keller: "Burglind" kam mit Macht - 03.01.2018 17:29 Uhr. KUNREUTH/WEINGARTS/LÜTZELSDORF - Burglind blies die Backen auf: Das Sturmtief, das am Mittwoch Vormittag über den Landkreis hinwegfegte, riss binnen weniger Stunden Bäume um und brachte Scheunen zu Fall. "Wie nach einem Bombenanschlag", so berichten Anwohner, hat es rund um Kunreuth ausgesehen. Dort hat der Sturm eine massive Maschinenhalle mit sich gerissen. Es war wie eine Windhose, kurz und heftig, die eine Schneise der Verwüstung im Landkreis Forchheim anrichtete. So jedenfalls empfand es Gruppenführer Thorsten Sailer von der FFW Kunreuth. Dort versuchten seine Männer, das Wasser entlang der Staatsstraße im Graben zu kanalisieren. Beim Überfluten der Straße hatte es Schottersteine quer über die Fahrbahn geschwemmt. Die Feuerwehrmänner reinigten den Gefahrenpunkt. "Bereits um 9.15 Uhr ist die erste Alarmierung eingegangen", erzählt Kreisbrandrat Oliver Flake. Ein umgeknickter Baum zwischen Kunreuth und Weingarts war dort auf die Straße gefallen. "Relativ intensiv", so Flake, habe der Sturm auch in und um Rangen und Walkersbrunn getobt. Dort sind einige Bäume auf die Straße gefallen, im Wald selbst zeigte sich eine Schneise der Verwüstung. In Weingarts wurde eine massiv gebaute Maschinenhalle durch Burglind völlig zerstört. "Es sah aus wie nach einem Bombenanschlag", berichteten Anwohner." - Die völlig zerstörte Steinscheune scheint massiv zu sein, ein Ytong-Steinbau (einreihig). Das Dach und fast alle umlaufenden Mauerstücke und Tore sind zerstört. Verfrachtung von Dachmaterialien liegen vor, teils in Richtung Nord, teils bis Ostnordost gestreut, Steinmaterial auch Richtung West (gegenläufig). Auch der Wagen im Gebäude scheint bewegt worden zu sein. Schaden mindestens im oberen F1-Bereich. Der Schneisenverlauf aufgrund keiner weiteren Schäden in dem offenen Gelände nicht ermittelbar. Die nahe der Maschinenhalle stehende Scheune blieb unbeschädigt. Ferner kann man auch sehen, dass die Hauptschadensverfrachtung Richtung Norden bzw. Nordosten war, d.h. zur linken Seite bei Sturmeinwirkung. Dies würde eher zu einem Tornado passen als zu geradlinigen Winden, zumal das Gebäude an einem Hanganstieg steht und nicht in einer Senke, wo man mit Verwirbelungen rechnen müsste.

Sturmtief riss sogar Scheunen mit sich (nordbayern.de, 03.01.18)
Bilderstrecke (nordbayern.de, 03.01.18)
Schwere Schäden nach Sturmtief - "Burglind" im Kreis Forchheim (inFranken.de, 03.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Wind (BY)

 03.01.2018 / Stärke (F1) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 08:50 Uhr. Aus einer Meldung von TV Oberfranken vom 03.01.2018: "Bäume entwurzelt und Dächer abgedeckt. Sturmtief Burglind zog am Mittwoch (3. Januar) auch über Oberfranken hinweg. Im Pommerfeldener Ortsteil Wind (Landkreis Bamberg) hinterließ der Sturm eine Spur der Verwüstung. Die Aufräumarbeiten werden mindestens den ganzen Tag andauern. Eine Schadenshöhe ist noch nicht ermittelt. Personen wurden den ersten Angaben zufolge nicht verletzt. Mehrere Gebäude wurden schwerst beschädigt, viele Dächer abgedeckt. Mehrere Bäume entwurzelte der Sturm. Sie stürzten entweder auf die Straße oder auf die Dächer der Gebäude. Die Böen waren am Morgen so heftig, dass sie eine Scheune, in der Baumaschinen standen, zum Einstürzen brachte. Augenzeugen berichteten gegenüber News5, dass eine "Windhose" durch den Ort gezogen sei. Am Vormittag herrschten laut dem Bericht aufgrund der zahlreichen Schäden chaotische Zustände vor. Die örtlichen Feuerwehren, die mit einem Großaufgebot vor Ort sind, arbeiten sich derzeit Haus für Haus vor, um die Schäden zu beseitigen." - Eine Kartierung der Schäden hat ergeben, dass sich durch den Ort eine schmale Schneise erstreckt. Die Aussage des Feuerwehrchefs, dass kein Haus unbeschädigt blieb, ist nicht korrekt. Die Schäden ziehen sich zwar quer durch den Ort, aber begrenzt auf 30m Breite. Dazu gibt es offenbar rückwärtig verfrachtete Trümmerteile (Dachziegel) und auch an windabgewandten Seiten bei Häusern Dachschäden. Die Schäden im Ort liegen größtenteils im Bereich F0-F1, die eingestürzte Scheune mindestens im F1-Bereich.

Bäume entwurzelt und Dächer abgedeckt (TV Oberfranken, 03.01.18)
Windhose rast über Landkreis Bamberg (inFranken.de, 03.01.18)
Bildergalerie: Windhose rast über Landkreis Bamberg (inFranken.de, 03.01.18)
Wind nach dem Sturm (inFranken.de, 04.01.18)
Schäden durch "Burglind": Gemeinde sammelt für Sturmopfer (inFranken.de, 12.01.18)
Augenzeugenberichte sprechen für Tornado (Mainpost, 23.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Neuhengstett (BW)

 03.01.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 08:25 Uhr. Meldung über das Meldeformular der Tornadoliste: "Das Dach unserer Festhalle wurde heute abgedeckt und die Teile etwa 100m verfrachtet. Im nahen Umkreis wurden aber keine Schäden verzeichnet. Es handelt sich um metallbeplankte Dachteile, die unmöglich bei von meiner Station gemessenen 87,8 km/h so weit verfrachtet werden können. Station etwa 200m Luftlinie entfert. An der Festhalle wurde die windabgewandte Seite abgedeckt. Was mich dabei verwundert, sind die weiten Verfrachtungen der schweren Dachteile. Aufgrund von Bäumen und Laternen, können diese definitiv nicht über den Boden geweht worden sein, sondern müssten durch die Luft geflogen sein. Es gibt in der Umgebung um die Festhalle keine Schäden, weder an Bäumen, Dächern noch an Schildern. Unsere Feuerwehr verzeichnete zwei Einsätze wegen umgestürzten Bäumen etwa 2km entfernt (Ottenbronn), etwa 20 min später. Auf umliegenden Wiesen in Richtung Möttlingen (Norden) sind ein paar alte, morsche Obstbäume dem Sturm zum Opfer gefallen, wie es in der Umgebung bei fast jedem Sturm vorkommt, allerdings nicht in der Nähe der Festhalle. Ein Gewitter habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht wahrgenommen." - Die Verfrachtungen erfolgten teilweise zur linken Seite der Zugbahn und im Boden wurden Einschläge verzeichnet. Beide spricht eher für einen Tornado.

Tornadoverdacht in Neuhengstett
Einsatzbericht mit Fotos (Feuerwehr Althengstett)
Sturm "Burglind" schlägt richtig zu (Schwarzwälder Bote, 03.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Wiesenfeld (BY)

 03.01.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 07:52 Uhr. Aus einer Meldung der Mainpost vom 03.01.2018: "Massive Sturmschäden in Wiesenfeld, Straßen gesperrt. Sturm Burglind hat am Mittwochmorgen auch im Landkreis Main-Spessart gewütet. Vor allem im Raum Lohr und Marktheidenfeld gab es jede Menge umgestürzte Bäume und daraus resultierend gesperrte Straßen. In Partenstein fiel ein Baum auf ein geparktes Auto, in dem gottlob niemand saß. Am stärksten hat es jedoch Wiesenfeld getroffen. Dort hat eine heftige Sturmböe, manche sprachen gar von einer Windhose, am Mittwoch um kurz vor 8 Uhr für zum Teil große Schäden an Dutzenden Dächern im Altort gesorgt. Manche Scheunendächer waren bis zu einem Drittel abgedeckt. Außerdem knickten auch hier Bäume um, Scheunentore wurden herausgerissen, Antennen umgedrückt. Im ganzen Dorf war die Bevölkerung auf den Beinen und kehrte Ziegelbrocken zusammen, auf etlichen Dächern, auf denen Ziegel fehlten, sah man Menschen herumsteigen, die versuchten die Löcher wieder zu flicken. Überall standen Grüppchen herum und unterhielten sich über die Schäden. Mehrere Zimmerleute waren im Ort unterwegs und sicherten Dächer notdürftig ab. Denn der Sturm Burglind sollte weiteren Regen und Wind bringen. In der Reckentalstraße stürzte ein Baum gegen ein Haus und drückte die Fensterscheiben eines Erkers ein, die Scherben landeten im Wohnzimmer. Die Wiesenfelder Feuerwehr, die am Mittwochmorgen im Dauereinsatz war, entfernte den Baum, eine Plane ersetzte zunächst die Fensterscheiben. Die Bewohnerin berichtet, dass es acht Minuten vor 8 Uhr einen Schlag getan habe und plötzlich habe der Wind durchs Haus geweht. Thorsten Peter, der in der Erlenbacher Straße wohnt, berichtet, dass es vor 8 Uhr schon eine Weile draußen gescheppert hatte, weil der Wind wehte. "Auf einmal hat's gerumst und es war Totenstille", berichtet er. Wie man es von Erzählungen über Tornados in den USA kenne. Beim Blick aus dem Fenster stellte er fest, dass im Nussbaum im Hof das Trampolin der Nachbarn hing, das es über den Gartenzaun geweht hatte. Die Feuerwehr musste es herausholen. In der Rohrbacher Straße wehte es ein Carport etwa zwanzig Meter weit über eine Garage hinweg in einen Hof. Friedrich Bruder wunderte sich, dass es bei seiner Scheune in der Schätzleinsgasse auf einer Dachseite fast ein Drittel abdeckte, wo das Gebäude doch schon über 50 Jahre da stehe. Zudem riss es von einer Mauer Bruders eine Bleckabdeckung ab, die auf dem Auto der Nachbarin landete. Am Gutshof riss es ein Metalltor einer Lagerhalle heraus. Sebastian Gopp, 77, dem die Halle gehört, erzählt über den Sturm: "Das hat so komische Geräusche gemacht." Er könne es gar nicht beschreiben, so was habe er noch nicht erlebt. Dann hätten ihm die Leute gesagt, dass es das Tor der Halle herausgerissen habe. "Was das für Schäden sind, das ist ja Wahnsinn." Bei Erich und Erika Arnold hat es ein Dachfenster heruntergeweht. Eine Nachbarin machte sie darauf aufmerksam. Während Erika Arnold das erzählt, kommt eine ältere Wiesenfelderin mit dem Rad und fragt: "Ist bei euch auch was runter?" Währenddessen warnt eine Nachbarin Passanten, weil ihr Mann gerade auf dem Nachbardach Ziegeln austauscht. Aus einer Lücke in einem weiteren Dach, sieht man, wie gerade von innen eine Hand neue Ziegeln einsetzt. Die Wiesenfelder Feuerwehr sperrte zeitweise einzelne Straßen ab, weil sie mit der Drehleiter der Karlstadter Feuerwehr lose Ziegel von den Dächern holte, bevor die von selbst herunterfallen konnten. Auch am Dach der Kirche, wie auch am Pfarrheim in der Ortsdurchfahrt, gab es massive Schäden, allerdings konnte dort die Feuerwehr nicht mit der Drehleiter anrücken. Doch nicht der ganze Ort war betroffen, vielmehr zog sich ein breiter Streifen der Verwüstung durch die Ortsmitte. Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach hält für die "wahrscheinliche Erklärung", dass es kein lokaler Tornado, sondern eine extreme, gerade verlaufende Windböe an einer markanten Kaltfrontlinie war, deren Auftreten durch die Kuppellage Wiesenfelds begünstigt wurde. Generell seien aber bei der Wetterlage auch lokale Tornados nicht ausgeschlossen, bei der Beurteilung sei man auf Augenzeugen angewiesen. Kreisbrandrat Peter Schmidt sagt auf Nachfrage, dass ansonsten vor allem die Spessartgemeinden, vor allem mit umgestürzten Bäumen betroffen gewesen seien, hauptsächlich im Raum Lohr und Marktheidenfeld. Ständig habe es neue Alarmierungen gegeben, etliche Feuerwehren waren im Einsatz. Lohrs Kreisbrandinspektor Harald Merz sagt, dass die Bäume auch aufgrund des aufgeweichten Bodens weniger Halt hatten. Aufgrund umgestürzter Bäume waren am Mittwoch die MSP 19 zwischen Bayerischer Schanz und Ruppertshütten, die MSP 21 zwischen Bischborner Hof und Neuhütten sowie die MSP 26 im Hafenlohrtal, zwischen Windheim und Lichtenau, gesperrt, teilte das Landratsamt mit. Die Straße im Hafenlohrtal blieb den ganzen Tag gesperrt. Zwischen dem Bischborner Hof und Neuhütten lag auf einer Länge von etwa 300 Metern ein Baum neben dem anderen. Eine Hebamme war um kurz nach Mittag am Bischborner Hof kurzzeitig verzweifelt, als sie die Straße nach Neuhütten, wohin sie musste, gesperrt vorfand. Sie fuhr schließlich über Heigenbrücken."

Massive Sturmschäden in Wiesenfeld, Straßen gesperrt (Mainpost, 03.01.18)
Augenzeugenberichte sprechen für Tornado (Mainpost, 23.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Neuhütten (BY),
Lohr (BY)

 03.01.2018 / Stärke (F2) Bestätigt
Zeitpunkt: gegen 07:45 Uhr. Aus einer Meldung der Mainpost vom 17.01.2018: "Burglind hinterlässt Schneise der Verwüstung im Spessart - Sturmtief Burglind hat am 3. Januar im Spessart eine fast durchgehende 100 bis 300 Meter breite und rund fünf kilometerlange Schneise der Verwüstung angerichtet. Streckenweise ist kaum ein Baum stehen geblieben. "Das geht von Neuhütten bis nach Lohr", sagt Bernhard Rückert, Leiter der Forstverwaltung der Stadt Lohr. Die Aufarbeitung des gewaltigen Schadens, entstanden in kaum fünf Minuten, wird Monate dauern. Angesichts des schneisenartigen Schadens, den er so in 30 Jahren noch nicht erlebt habe, geht Rückert von einem Tornado aus. [...] Insgesamt 50 000 Festmeter umgeworfen Insgesamt sind im Forstrevier Neuhütten, das zum Staatswald des Forstbetriebs Heigenbrücken gehört, auf 85 Hektar und vier Kilometern Länge etwa 40 000 Festmeter Bäume umgeworfen worden – etwa das Dreifache des Jahreseinschlags dort und rund ein Drittel des gesamten Forstbetriebs. [...] Südlich von Neuhütten beginnt der Korridor und zieht sich entlang eines Höhenrückens fast bis nach Lohr. Betroffen ist auch Neuhüttener Privatwald. Am Tag von Burglind war die Straße zwischen dem Bischborner Hof und Neuhütten gesperrt, weil dort auf einer Breite von rund 300 Metern die Bäume wie Streichhölzer umgeknickt waren. Außen herum war kaum ein Schaden zu sehen. Erst später stellte sich heraus, dass hier der Beginn der Schneise lag. Schneisenartiger Schaden wie 1972 "Die Konzentration ist ungewöhnlich", sagt Joachim Keßler. Bei Stürmen wie Wibke, Lothar oder Kyrill seien die Schäden viel verteilter gewesen. Alte Forstleute erzählen aber von einem Gewittersturm im Jahr 1972, als im ganzen Spessart schon einmal solche Schneisen aufgetreten seien. Eine "bunte Mischung" an Bäumen sei laut Keßler bei Burglind betroffen: "Kiefern, Buchen, Fichten, Tannen, auch Eichen." Etwa zur Hälfte Laubholz und zur Hälfte Nadelholz. Im Stadtwald hat es zu Bernhard Rückerts Überraschung vor allem Buchen und weniger Nadelholz, wie er es erwarten würde, getroffen. Auch 150- bis 200-jährige Eichen habe der Wind umgerissen. "Bei einem Tornado bleibt einfach nix stehen." Rückert geht von einem Tornado aus, weil die Schneise deutlich begrenzt sei und direkt daneben oft nicht einmal ein Ast zu Schaden kam. Außerdem sei viel Holz "abgedreht". Verfolge man die Linie der Schneise auf der Karte weiter, komme man zu den Windschäden im stark betroffenen Wiesenfeld bis nach Pommersfelden (Oberfranken), wo es die kleine Gemeinde Wind arg gebeutelt hat. Im Stadtwald sei die Schneise im Gegensatz zum Staatswald aber nicht durchgehend, so Rückert. "Der Wind ist ein wenig gesprungen." Mal sei 200 bis 300 Meter lang kein Schaden, dann wieder ein Loch, in dem praktisch kein Baum stehen blieb. [...]" - Am rechten Rand der Schneise zeigen sich eindeutige Fallrichtungen zur Mitte der Schneise hin, teils quer zur Zugrichtung.

Schadenanalyse der Tornado-Arbeitsgruppe (pdf, TAD)
Burglind hinterlässt Schneise der Verwüstung im Spessart (Mainpost, 17.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Bad Bodendorf (RP)

 03.01.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 05:55 Uhr. Aus einer Meldung des Rhein Ahr Anzeigers vom 03.01.2018: "Windhose deckte Stalldach ab. 3. Januar 2018. Sinzig-Bad Bodendorf – Sinzig-Bad Bodendorf, Hauptstraße Am 03.01.2017, um 06.09 Uhr, wurde durch eine Windhose ein Stalldach abgehoben und auf die mehrere Meter entfernte Hauptstraße geschleudert. Hierbei wurden ca. 14 geparkte Fahrzeuge, eine Photovoltaikanlage und angrenzende Häuser beschädigt. Der Sachschaden wird auf mehrere 10.000 Euro geschätzt. Im Einsatz waren u.a. die Feuerwehr Sinzig-Bad Bodendorf und die Polizeiinspektion Remagen" - Konkrete Indizien für einen Tornado liegen nicht vor. Die angegebene Uhrzeit erscheint mit 06:09 Uhr etwas zu spät.

Windhose deckte Stalldach ab (Polizeidirektion Mayen, 03.01.18)
Windhose deckte Stalldach ab (Rhein Ahr Anzeiger, 03.01.18)
Sturmschaden in Bad Bodendorf (Feuerwehr Sinzig)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)

Frankenforst (NW)

 03.01.2018 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 05:45 Uhr. Aus einer Meldung des Kölner Stadtanzeigers vom 08.01.2018: "Waldgebiet Hardt in Gladbachs grüner Mitte schwer verwüstet - "Ich habe geweint, als ich das gesehen habe", sagt Benjamin Stapf und geht einige Meter den Waldweg hinunter. Weiter kommt er nicht. Über Hunderte Meter liegen Bäume quer über dem Weg, andere hängen gekippt in anderen Kronen, manche sind unter gewaltigen Kräften gekrümmt wie Flitzebogen. "Und das sieht hier überall so aus in der Hardt", sagt der Betreiber des Naturfreundehauses Haus Hardt. Als Benjamin Stapf am Freitag mit seiner Familie nach den Feiertagen aus Thüringen zurückkehrte, war in dem Waldgebiet in der grünen Mitte von Bergisch Gladbach nichts mehr wie vor dem Durchzug des Sturmtiefs Burglind am Mittwochmorgen. "Hier muss eine regelrechte Windhose durchgezogen sein", weiß Stapf von einem Jäger, der an dem Morgen in der Hardt war und nur durch Glück mit dem Leben davon kam. "Auch auf den kleinen Wegen im Wald ist an vielen Stellen kein Durchkommen mehr", berichtet Stapf. Neben den besonders windanfälligen Fichten sind auch tiefwurzelnde Buchen und Eichen umgerissen worden. Die Fernwanderroute "Bergischer Weg" ist ebenso unpassierbar wie andere viel begangene Wanderwege, darunter auch der Bensberger Schlossweg. Laut der Internetaufzeichnung im Naturfreundehaus, wurde das Telefonkabel am Mittwoch um 5.45 Uhr gekappt – von einer herabstürzenden Baumkrone, wie Stapf mittlerweile weiß: "Zu der Zeit, muss der Sturm hier durchgefegt sein." "Drei Wochen dürfte es mindestens dauern, bis allein der Hauptweg freigeräumt ist", weiß Stapf aus Gesprächen mit Vertretern der Forstverwaltungen, die für die verschiedenen Teile des Waldes in der Hardt zuständig sind. "Die Schäden in dem Waldgebiet sind verheerend", bilanziert auch Herbert Selbach aus Sand. "In einem Streifen von etwa 500 Metern Breite, ausgehend von der Grube Cox über den Eicherhof bis über den Bereich des Grube Blücher hinaus entstanden Schäden, wie ich sie hier noch nie gesehen habe." Die Aufräumarbeiten dürften Monate in Anspruch nehmen, schätzt der Geschichtsforscher, der vor einigen Jahren die mittlerweile weithin bekannten Kalköfen aus der Römerzeit im Lerbacher Wald entdeckte: "Ich mache mir Sorgen, dass bei den Aufräumarbeiten die sichtbaren Strukturen der Bodendenkmäler gefährdet werden." Das Naturfreundehaus mitten im Wald wurde selbst von einem umstürzenden Baum knapp verfehlt. Mittlerweile ist die Zufahrt von Herkenrath zwar wieder frei und das Telefonkabel repariert, [...]" - Der Schadenbereich ist etwa 2km lang und zwischen 150 und 250 m breit.

Waldgebiet Hardt in Gladbachs grüner Mitte schwer verwüstet (Kölner Stadtanzeiger, 08.01.18)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)